Was ist Herpes?

Früher und im Mund von Laien noch jetzt gebräuchliche Bezeichnung jedes chronischen "Ausschlags", jeder langwierigen, schwer heilbaren, auf der Haut fortkriechenden, von Jucken begleiteten, nicht ansteckenden Hautkrankheit. Neuerdings ist jedoch der Begriff F. sehr eingeengt worden, indem zahlreiche Ausschlagsformen, welche früher mit diesem Namen bezeichnet wurden, in das Gebiet des
Ekzems (s. d., Tafel "Auswahl Hautkrankheiten", Fig. 6) verwiesen worden sind. Nur für zwei Formen von Auswahl
Hautkrankheiten hat man den Namen F. beibehalten, nämlich für die Schuppenflechte (s. d., Gehe zu Psoriasis, Tafel, Fig. 4) und für die Bläschenflechte (Herpes). Letztere Form, von welcher hier allein gesprochen werden soll, ist dadurch charakterisiert, daß mehrere gruppenweise auf gerötetem, entzündetem Hautboden beisammenstehende, hirsekorn- bis linsengroße Bläschen, welche ursprünglich mit klarer Flüssigkeit gefüllt sind, an beschränkten Stellen des Körpers rasch auftreten und bald, d. h. nach Verlauf einiger Tage oder höchstens Wochen, wieder verschwinden, nachdem der Inhalt sich erst trübte, dann vertrocknet eine Borke gebildet hatte, welche zuletzt mit Hinterlassung einer mit gesunder Oberhaut versehenen, geröteten Stelle, jedoch ohne eine Narbe zu hinterlassen, abfällt. Man unterscheidet folgende Formen der Bläschenflechte:
- Der Herpes labialis s. facialis erscheint meist ohne bekannte Veranlassung am Mund, an der Nase, am Ohr, an den Augenlidern etc., ja auch auf der Schleimhaut des Mundes und des Rachens, zumal bei fieberhaften Krankheiten (Lungenentzündung), ist jedoch ohne jede Bedeutung. Diese Form ist sehr zu Rückfällen geneigt, und manche Menschen bekommen denselben alle paar Wochen.
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