Zahnarztbesuch mit Nebenwirkungen

 
Zahnarztbesuch mit NebenwirkungenDer Zahnarztbesuch ist für viele ein Graus: 52,5 Prozent aller Patienten in Deutschland schieben den Zahnarztbesuch aus Angst vor einer Spritze weit hinaus oder gehen gar nicht zum Arzt. Und von allen, die es dann doch in die Praxis schaffen, wünschen ganze 82,5 Prozent, dass auf irgendeine Weise der Schmerz ausgeschaltet wird. Und das geschieht in der Regel mit Hilfe einer örtlichen Betäubung. Dass es dabei zu Komplikationen kommt, ist selten – aber möglich. Grundsätzlich gilt, dass die örtliche Betäubung beim Zahnarzt heute eine sehr hohe therapeutische Sicherheit besitzt. Schwerwiegende Nebenwirkungen oder gar Todesfälle sind seltener als bei der Einnahme von ASS oder Paracetamol.

Als klassische Methoden stehen in der zahnärztlichen Praxis die Infiltrationsanästhesie und die Leitungsanästhesie zur Verfügung. Bei der Infiltrationsanästhesie werden örtlich die sensiblen Nervenendigungen durch Umspritzen des Behandlungsbereiches und Injektion direkt unter die Haut bzw. Schleimhaut ausgeschaltet. Bei der Leitungsanästhesie wird die Reizweiterleitung des Nervs, der den betroffenen Bereich versorgt, komplett blockiert. Hauptnachteil der klassischen Methoden: Es dauert einige Minuten, bis die Betäubung einsetzt und es dauert noch viel länger (bis zu drei Stunden), bis die Taubheit in Lippe oder Wange wieder abklingen. Weitere mögliche Komplikationen sind: Unruhe, Schwindel, Herzklopfen, Ohnmacht oder Zittern. Diese Begleiterscheinungen hängen aber oft mit einer Grunderkrankung des Patienten zusammen.
Zu den örtlichen Komplikationen zählen länger anhaltende Gefühlsstörungen oder Missempfindungen, Blutungen oder Blutergüsse, vorübergehende Lähmung des Gesichtsnerven, Kanülenbruch, Einatmen oder Verschlucken der Injektionskanüle.

Hinzu kommt: Während die Betäubung im Oberkiefer dank seiner porösen Struktur recht gut wirken kann, ist die Betäubung des Unterkiefers schwieriger. Nicht nur, weil der Knochen dichter ist, sondern auch, weil hier wichtige Nerven verlaufen. Wird der Zungennerv, der direkt unter dem Unterkiefer verläuft, beim Einstechen getroffen, kann es zum Beispiel zu längerer Taubheit in der Zunge kommen. Den Betroffenen hilft dann nur viel Geduld. Bis sich der Nerv wieder regeneriert hat, können bis zu drei Monate ins Land gehen. Die Regenration unterstützen kann man mit der Einnahme von Vitamin B. Grundsätzlich gilt: Bei größeren Defekten am Zahn ist eine örtliche Betäubung mit Sicherheit anzuraten. Bei kleineren Dingen sollte man es ab und zu auch mal ohne probieren. Vielleicht ist die Behandlung dann ja schneller abgeschlossen, als das Betäubungsmittel gebraucht hätte, um zu wirken.




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