Kopfschupfen, und jetzt?

Haaraufbau und Haarzyklus
Haare sind lange Fäden aus Keratin, deren feste Rinde das locker aufgebaute Mark umhüllt. Die Haarfollikel (die Haarwurzel und alle sie umgebenden Zellen, die für das Haarwachstum eine Rolle spielen) werden über ein feines Gefäßnetz mit Nährstoffen versorgt.Die Haarlänge wird durch die verschiedenen Entwicklungsphasen des Haarzyklus bestimmt.
Die Wachstumsphase dauert 2 bis 6 Jahre, danach folgt eine zwei- bis dreiwöchige Übergangsphase. Anschließend befindet sich das Haar in einer ca. dreimonatigen Ruhephase.
Am Ende dieser Ruhephase fällt dann das Haar aus und ein neuer Haarzyklus beginnt.
Erfreulicherweise erfolgt dieser Zyklus nicht bei allen Haaren gleichzeitig. Täglich treten ungefähr
50 bis 150 Haare in diesen Zyklus ein, so daß bei ca. 100 000 Haaren am Kopf die Haardichte nicht beeinträchtigt wird.
Die Haare wachsen durchschnittlich 1 cm pro Monat und die Haardicke beträgt ungefähr 0,07 mm.
Die Haarfarbe hängt von der Anzahl, Art und Verteilung der Melanosomen (Haarpigmente ) in der
Haarrinde ab.
Kopfschuppen kann verschiedene Ursachen haben.
Bei der Schuppenflechte sieht man einzelne, bis münzgroße, scharfbegrenzte Flächen, die Konturen folgen sehr oft der Haargrenze. Die Schuppen sind groß. Die Patienten haben keine Beschwerden und meistens sieht man schuppige Hautveränderungen an anderen Stellen( z.B. Ellenbogen, Knie).Beim seborrhoischen Ekzem sieht man flächenhafte Kopfschuppung bei gleichzeitiger Hautrötung und Entzündung der Haarfollikel. Die Haare sind stumpf und fettig. Es besteht leichter Juckreiz.
Bei Neurodermitis besteht flächenhafte Rötung verbunden mit sehr starkem Juckreiz. Die Schuppen sind sehr klein, die Haare sind sehr trocken.
Bei Pilzinfekten findet man kleine, rundliche Flächen mit leichter Entzündung, die Haare brechen über dem Haarboden ab. Schnelle Ausbreitung, am meisten bei kleinen Kindern, oft epidemisch im Umfeld. Auslöser ist der Hefepilz Pitysporium Ovale.
Die Behandlung der Schuppen erfolgt entsprechend der Krankheitsgeschichte und zieht sich über viele Wochen hin. Zur Entzündungshemmung werden zu Beginn cortisonhaltige Lösungen eingesetzt und anschließend schuppenhemmende Mittel gegeben. Um den Hefepilz Pitysporium Ovale zu bekämpfen, steht inzwischen eine breite Palette an Präparaten zur Verfügung, über die Sie Ihre Apotheke gerne beraten wird. Es empfiehlt sich darüber hinaus, den Genuss von Zucker weitgehend zu reduzieren, da er das Wachstum der Pilze begünstigt. Auch sollte Stress vermieden werden. Die Haare nicht zu heiß fönen und auf aggressive Mittel, die Kopfhaut reizen können, möglichst ganz verzichten.


