Fieber im Kindesalter

 
Fieber im KindesalterBei kleinen Kindern kommt Fieber recht häufig vor. Fieber gilt als Anzeichen für eine Krankheit. Für Eltern ist das oft ein Alarmzeichen. Meistens ist Fieber der Ausdruck einer Infektionskrankheit im Bereich der oberen Luftwege: Zum Beispiel Grippe, Angina oder Mittelohrentzündung.

Wärmeregulation

Die menschliche Körpertemperatur wird von einem speziellen Regulationszentrum (Thermostat) gesteuert, das sich im Gehirn befindet. Die Körperwärme wird in Leber- , Muskel- und Fettgewebe gebildet. Der Körper gibt Wärme vor allem über die Haut ab (Strahlung, Verdunstung, Luftstrom) und nur zu einem unwesentlichen Teil über die Atemluft und die Ausscheidungen. Bei kleinen Kindern ist die Wärmeregulation noch nicht vollständig ausgebildet. Deshalb reagieren Säuglinge und Kleinkinder rascher mit Fieber als grössere Kinder und Erwachsene.

Verschiedene fiebererzeugende Substanzen von Infektionserregern (Bakterien, Viren) und Entzündungszellen (weisse Blutkörperchen) können das Temperatur-Regulationszentrum auf einen höheren Wert einstellen: Der Körper reagiert mit Muskelzittern oder Schüttelfrost, um die zusätzliche Wärme zu erzeugen. Die Körpertemperatur schwankt normalerweise zwischen 36.5° und 38.0° Celsius (gemessen im Enddarm). Die Temperatur hängt vor allem ab von :
  • körperlicher Anstrengung
  • Aufregung (vor allem bei "sensiblen" Kindern)
  • Essen und Trinken
  • Umgebungstemperatur (die Körpertemperatur steigt bei Sonneneinstrahlung, hoher Luftfeuchtigkeit, Windstille, überheizten Räumen sowie zu warmen Kleidern oder Bettzeug)
Von eigentlichem Fieber sprechen wir bei einer Körpertemperatur von 38.5° und mehr, wenn wir sie im Enddarm oder Mund messen, oder 38.0° und mehr, wenn wir sie in der Achsel messen.

Akutes Fieber

Akutes Fieber kann folgende Ursachen haben:

Häufige Infektionskrankheiten

  • Mittelohrentzündung., Angina, Grippe mit Atemwegs- oder/und Magen-Darm-Symptomen

Seltene Infektionskrankheiten

  • Harnwegsinfekte
  • Kinderkrankheiten (z.B. Dreitagefieber, Röteln, Masern, Mumps, Windpocken, Scharlach)
  • Hirnhautentzündung, Lungenentzündung, Blinddarmentzündung und andere Entzündungen

Zu hohe Umgebungstemperatur

  • Starke Sonneneinstrahlung und heisses Klima
  • Überreizung der Wohnung
  • Zu warme Kleider oder zu warmes Bettzeug

Austrocknung (sogenanntes Durstfieber)

  • Brechdurchfall
  • Zu wenig trinken

Seltene Fälle

  • Reaktion auf Impfung
  • Überempfindlichkeit (Allergie) auf Medikamente, Nahrungsmittel
  • Fieber im Zusammenhang mit Zahnen (normales Zahnen ist keine Fieberursache, Fieber kann jedoch die Zahnbildung "antreiben")

Sehr seltene Fälle

  • Drüsenkrankheit (z.B. Schilddrüsenüberfunktion)
  • Störung im Gehirn (z.B. Hirnentzündung)
  • Bösartige Krankheit (z.B. Blut- oder Lymphknotenkrebs)

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