Was kann Angst verursachen?

 
Was kann Angst verursachen?

Neurobiologische Aspekte

Warum entwickeln nicht alle Menschen unter ähnlichen Lernbedingungen Phobien?

Es wird davon ausgegangen, dass nicht allein schlechte Lernerfahrungen zu der Ausbildung einer Phobie führen, sondern dass dazu zusätzlich eine biologische Disposition bestehen muss.

Ein Faktor, der hierbei eine Rolle zu spielen scheint, ist die Labilität oder Stabilität des autonomen Nervensystems.
Das autonome Nervensystem reguliert und kontrolliert die Funktionen der inneren Organe, z.B. Herz und Atmung.
Bei Angstpatienten scheint es so zu sein, dass sie über ein labiles autonomes Nervensystem verfügen, das leicht durch verschiedenste Reize erregt werden kann.

Dies führt dazu, dass Angstsymptome besonders schnell ausgebildet werden können. Die Labilität des autonomen Nervensystems scheint angeboren zu sein.

So zeigt sich auch, dass genetische Faktoren an der Entstehung von Angst- und Panikstörungen beteiligt sind. Untersuchungen haben ergeben, dass Verwandte ersten Grades von Angstpatienten eine höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit haben als Verwandte Nichtbetroffener.

Es ist allerdings nicht klar, ob diese Ergebnisse nur auf genetische Faktoren zurückgeführt werden können, denn Verwandte ersten Grades leben häufig auch in der gleichen Umwelt oder sie sind bzw. waren ähnlichen Einflüssen ausgesetzt.

Falls also Umweltfaktoren die Entstehung von Angsterkrankungen beeinflussen, wie es z.B. die Lerntheorie annimmt, könnte das der Grund für die höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit im verwandtschaftlichen Umfeld Betroffener sein.
Weitere neurobiologische Befunde zeigen, dass bei Angstpatienten Besonderheiten bezüglich der Aktivität bestimmter Hirnregionen und der zugehörigen Botenstoffe vorliegen




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