20 Prozent der Schulkinder in Europa haben Übergewicht
Mit wachsender Besorgnis wird die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) bei Kindern beobachtet. Ungefähr 20 Prozent aller Kinder im schulfähigen Alter sind übergewichtig. Das Problem tritt europaweit auf, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht deshalb schon von einer Epidemie. Ein Viertel der übergewichtigen Kinder gilt als fettleibig. Damit ist für sie das Risiko deutlich erhöht, noch vor Erreichen des Erwachsenenalters oder als junge Erwachsene an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und anderen Krankheiten zu erkranken.Parallel zu dieser bedenklichen Entwicklung boomt die Werbung kalorienreicher Lebensmittel für Kinder. So werden bei einigen Fernsehsendern teilweise bis zu 20 Werbespots pro Stunde für Lebens- und Genussmittel - meist mit hohem Fett- oder Zuckergehalt - gesendet und das zu Zeiten, wo Kinder besonders viel fernsehen: am Wochenende. Art und Ausmaß der Werbung für solche "ungesunden" Lebensmittel ist aber nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa ein wachsendes Problem. Dies zeigt der aktuelle Bericht "Werbung und Marketing "ungesunder" Lebensmittel für Kinder in Europa", der Teil eines Projekts ist, das die Deutsche Herzstiftung mit 20 weiteren nationalen Herzstiftungen und drei Partnerorganisationen durchführt. Aus allen beteiligten Ländern wurden relevante Daten zur Werbung und zu ihrer Regulierung zusammengetragen und analysiert. Das Projekt "Kinder, Adipositas und damit verbundene vermeidbare chronische Erkrankungen", wird vom European Heart Network koordiniert und von der Europäischen Kommission teilfinanziert.
Um Kindern Appetit auf ihre Produkte zu machen, lässt sich die Lebensmittelindustrie eine Menge einfallen. Mit ausgeklügelten Strategien orientiert sich die Werbung meist so nah wie möglich an der Lebenswelt der Kinder. Das Fernsehen gilt europaweit als das mächtigste Werbemedium. In steigendem Maße wird auch auf Werbung und Sponsoring in Schulen gesetzt. Relativ neu und als Werbeträger stark im Wachstum begriffen ist das Internet. In Großbritannien rangierte es 2003 bereits auf Platz zwei, gleich nach dem Fernsehen. Die gesetzlichen Grundlagen zum Schutz lesen Sie weiter


