Auch Kinder brauchen Brille!

Einführung
Ihr Kind bekommt - wie viele Kinder in seinem Alter - eine Brille. Ihr Augenarzt hat sie mit Hilfe seiner Orthoptistin verordnet und mit Ihnen drüber gesprochen, wie wichtig es ist, die bestmögliche Sehleistung füer Ihr Kind zu erreichen. Die Angaben, nach denen Ihr Augenoptiker die Brille individuell anfertigt, stehen auf dem Rezept. Doch lesen Sie bitte zuerst einmal diese kleine Informationsschrift. Sie sagt Ihnen alles, was Sie über Fehlsichtigkeiten bei Kindern wissen sollten und worauf es bei einer kindgerechten Brille - bei der Fassung und den Gläsern - ankommt.
Warum mit der Brille warten, bis das Kind größer ist?
Wir lernen sehen, so wie wir z.B. laufen lernen: durch ständiges Üben. Allerdings beginnt das Seh-Training sehr viel früher, nämlich vom ersten "Augenblick" an. Nur wenn tief im Innern auf der Netzhaut beider Augen ein gleichermaßen scharfes Bild entsteht, kann sich das beidäugige Sehen voll entwickeln. Der Zeitpunkt für diesen Lernprozeß ist begrenzt. Versäumtes läßt sich nur innerhalb der ersten Lebensjahre nachholen, denn die Fähigkeit dazu verringert sich von Jahr zu Jahr - je nach Art der Störung sogar von Monat zu Monat. Schon allein deshalb muß bei dem geringsten Verdacht, daß mit den Augen des Babys etwas nicht stimmt, ein Augenarzt zu Rate gezogen werden. Aber auch wenn mit den Augen alles in Ordnung erscheint, können Babys fehlsichtig sein. Das
Risiko, daß die Eltern nichts davon merken, und der Fehler auch bei den allegemeinen Vorsorgeuntersuchungen nicht auffällt, ist sehr groß. Die meisten Fehlsichtigkeiten müssen aber spätestens im zweiten oder dritten Lebensjahr durch eine Brille korrigiert werden, um lebenslange, nicht mehr wiedergutzumachende Seheinbußen zu vermeiden. Deshalb fordern auch die Augenärzte und
Orthoptistinnen: Jedes Kind sollte spätestens im Alter von 2 Jahren augenärztlich untersucht werden! Die häufigsten Gründe für eine Brillen-Verordnung: Den meisten Kindern dient die Brille zum Ausgleich eines Brechungsfehlers - man spricht von einer Refraktionsanomalie: Refraktion ist das Verhältnis zwischne der Länge eines Augapfels und seiner Fähigkeit, Lichtstrahlen zu bündeln (Brechkraft).
Übersichtigkeit (Hyperopie)
In der Umgangssprache wir die Übersichtigkeit häufig gleichgesetzt mit "Weitsichtigkeit". Doch dieser Begriff bezeichnet eine ganz andere Art der Fehlsichtigkeit: die Altersweitsichtigkeit (Presbyopie), die zumeist erst Anfang des fünften Lebensjahrzehnts auftritt und eine
Brille mit Korrektionswirkung für die Nähe erfordert. Ursache ist ein zu kurz geformtes Auge. Daher
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