Bettnässen...was Ihr Arzt dafür kann

Was Ihr Arzt tun kann
Meist reicht schon ein ausführlicher Fragebogen und eine Ultraschalluntersuchung von Blase und Niere. In Anbetracht der Häufigkeit des
Bettnässens sind die meisten Ärzte mit dem Problem sehr gut vertraut. Früher wurden betroffene Kinder geröntgt, operiert oder ihnen wurden nicht indizierte
Medikamente verabreicht – in über 90 % der Fälle völlig unnötiger Weise. Dem kann heute durch gezielte Diagnose und Therapie entgegengesteuert werden.
Sind Psychologen und Psychiater wichtig für eine Therapie?
Diese Frage ist zu bejahen wenn Kinder unter dem Einnässen leiden. Sie schämen sich und sind enttäuscht über sich selber. Wenn sie dann im Freundeskreis oder sogar im ärztlichen oder familiären Umkreis auf
Unverständnis stoßen, kann dies zu starken seelischen
Belastungen führen. Mit Sicherheit gilt bei Kindern, die nie trocken waren: Nicht seelische Belastungen führen zum Einnässen, sondern das Einnässen führt zu seelischen Belastungen.
Und wie hilft man denjenigen die keine organischen Erkrankungen haben?
Zunächst gilt, dass
Kinder unter 5 Jahren keine Behandlung benötigen. Für Kinder ab 6 Jahren, wie im Übrigen auch für Erwachsene, liegen viele Behandlungsmöglichkeiten vor. Zuerst muss aber man feststellen, um welche Form des Einnässens es sich handelt. Da gibt es die Unterscheidung zwischen nächtlichem Einnässen und dem Einnässen während des Tages. Und auch innerhalb dieser Kategorien unterscheidet man weitere Formen. Wichtig bei der Behandlung der Kinder ist, dass sie selbst einen Leidensdruck verspüren und nicht nur die Eltern allein. Grundsätzlich beginnt die Behandlung mit allgemeiner Beratung, Beruhigung, Motivationsaufbau. Außerdem gibt es eine wirksame medikamentöse Therapie mit Nasenspray oder Tabletten. Hierbei wird das fehlende körpereigene Hormon (Vasopressin) ersetzt, welches für die Urinkonzentration in der Niere verantwortlich ist. Auch
Blasentraining mit gezielten Übungen stellt eine bewährte Behandlung dar. Hinzu kommen Hilfsmethoden wie die sogenannten Klingelhosen. Das ist ein mit der Windel oder Unterhose verbundener Weckapparat, der sich meldet, sowie der erste Tropfen Urin abgesondert wird. In manchen Fällen ist im Übrigen doch eine begleitende
psychologische Behandlung notwendig, nämlich dann, wenn sich das Kind durch das Einnässen seelisch stark belastet zeigt.