geführt werden. Wie aber schon in dem entsprechenden Abschnitt erwähnt, ist diese Methode mit vielen Ungenauigkeiten behaftet und dient nur zu einer groben Abschätzung der hormonellen Situation. Der einzige Vorteil dieser Methode ist die einfache und selbständige Durchführbarkeit durch die betroffenen Frau.

Sehr viel genauer sind jedoch Hormonbestimmungen. Wenn der Zeitpunkt des Eisprungs ungefähr bekannt ist, kann man ca. eine Woche nach erfolgtem Eisprung das Gelbkörperhormon aus dem Blut bestimmen. Besser sind mehrere Bestimmungen im Abstand von 1-2 Tagen, da die Werte sehr schwanken können. Der mittlere Wert sollte höher als 10 ng/ml sein. Eine sinnvolle Ergänzung ist der Ultraschall in der Zeit nach dem Eisprung, wobei anhand bestimmter Ultraschall-Ergebnisse ein Rückschluß auf die Qualität des Gelbkörpers und seiner Funktion bei der hormonellen Umwandlung der  Gebärmutterschleimhaut möglich ist In dem entsprechenden Kapitel wurde ja bereits darauf hingewiesen, daß die Qualität des Gelbkörpers ganz entscheidend davon abhängig ist, wie die Qualität des Eibläschens war, aus dem er entstand. Es empfiehlt sich daher immer, eine hormonelle Untersuchung bereits in der Follikelphase des Zyklus durchzuführen und dabei den Östradiol-Wert aus dem Blut zu bestimmen, möglichst kurz vor dem Eisprung. Das gelingt am besten mit zusätzlichen Ultraschallkontrollen und wird Zyklusmonitoring (Monitoring=Überwachung) genannt

Früher wurde noch häufig eine Gewebsprobe aus der Gebärmutterhöhle entnommen (Endometriumbiopsie). Man erhofft sich dadurch, unter dem Mikroskop ein besseres Bild über die Hormonwirkung an der Gebärmutterschleimhaut zu bekommen. Die Aussagekraft ist jedoch eingeschränkt und bringt nur in sehr seltenen Ausnahmen Informationen, die mit den oben genannten Methoden nicht zu erzielen wären.

Erhöhte männliche Hormone & PCO

Die Ursachen der erhöhten Androgene sind vielfältig und werden in einem anderen beschrieben. Wichtig bei der Diagnostik ist zunächst der Auschluß eines Tumors, der vermehrt Androgen bildet. Dieser ist meist ausgeschlossen, wenn sich die Blutspiegel der männlichen Hormone unterhalb bestimmter Grenzen bewegt (Testosteron < 2-3 ng/ml und DHEAS < 6 Mikrogramm/ml). Falls ein solcher Verdacht besteht, müssen spezielle Untersuchungen, insbesondere Schichtröntgen oder Kernspintomographie folgen. Wenn dieses ausgeschlossen ist, dann sollte man versuchen, die Ursache und/oder den Ort der erhöhten Hormonproduktion festzustellen. Dies geschieht, indem man die verschiedenen männlichen Hormone bestimmt und untersucht, welche speziell erhöht sind, da die Androgene in den unterschiedlichen Syntheseorten verschieden stark produziert werden.

Bei Hinweisen für ein PCO- Sydrom sollte immer auch eine Bestimmung bestimmter Zwischenstufen der männlichen Hormone untersucht werden, welche bei bestimmten Enzymdefekten gehäuft auftreten. Dadurch kann ein sogenanntes "AGS" ausgeschlossen werden. Bei diesem Enzymdefekt kann eine bestimmte Cortisonform (welche sehr wichtig ist) im Körper nicht gebildet werden. Dadurch kommt es zu einem Aufstau und einer Erhöhung der Blutspiegel bei Vorstufen des Cortison, zu dem auch 17-OH-Progesteron zählt, ein androgen wirksames Hormon. Da man diese Störung durch Gabe des Cortisons sehr einfach beheben kann, sollte bei begründetem Verdacht diesem auch nachgegangen werden. Dazu führt man einen ACTH-Test durch. ACTH ist ein übergeordnetes Stimulationshormon, welches die Produktion des Cortisons steuert. Nach Gabe dieses ACTH sollte der Spiegel des 17-OH-Progesterons max. auf das 2-3-fache ansteigen.

Ist der Spiegel des DHEAS deutlich erhöht, dann sollte untersucht werden, ob es evtl. Bereiche in den Nebennieren gibt, die sich der hormonellen Steuerung entziehen und "autonom" arbeiten. Das können mikroskopisch kleine Knötchen sein oder aber auch völlig unauffälliges Gewebe. Dazu gibt man über einen längeren Zeitraum (eine Woche bis 4 Wochen) Dexamethason und versucht damit, die Androgenproduktion (insbesondere also DHEAS) der Nebenniere zu hemmen (Dexamethasonhemmtest). Sinkt der DHEAS-Spiegel gut ab, dann ist ein Tumor fast ausgeschlossen und auch eine Therapie mit Dexamethason möglich. Bei einem PCO sollten auch Schilddrüse, Prolaktin und möglichst auch der Zuckerstoffwechsel untersucht werden, da ein Zusammenhang mit Diabetes bestehen kann.

Erhöhung des Prolaktins

Eine Erhöhung des Prolaktins läßt sich durch eine einfache Blutentnahme feststellen. Wichtig ist dabei jedoch, daß eine solche Blutabnahme nicht unter Streß erfolgt, da dieses Hormon auch ein Streßhormon ist. Z. B. ist der direkte zeitliche Zusammenhang mit einer gynäkologischen Untersuchung nicht zu empfehlen. Verschiedene Medikamente und Alkohol können ebenfalls eine Erhöhung des Prolaktinspiegels hervorrufen. Bei grenzwertigen Befunden (20-25 ng/ml) ist ein Metoclopramid-Belastungstest in Erwägung zu ziehen. Metoclopramid ist ein Medikament gegen Übelkeit (Paspertin), welches den Prolaktinspiegel deutlich ansteigen läßt. Misst man den Prolaktinspiegel vor und nach Gabe dieses Medikaments, kann man anhand der Reaktion abschätzen, ob bei noch normalen Werten evtl. doch eine Störung vorliegt.

Ein Grund für einen stark erhöhten Prolaktinspiegel kann ein Knoten in der Hirnanhangsdrüse sein, welcher das Hormon verstärkt produziert. Diese Knoten sind immer gutartig. Wenn der Verdacht auf einen solchen Knoten (Adenom) besteht, dann sollte mit speziellen Verfahren (am besten einer Kernspintomographie oder auch NMR genannt) versucht werden, den Befund darzustellen oder den Verdacht auszuschließen. Wenn ein Knoten nachweisbar ist, dann ist eine Kontrolle des Gesichtsfeldes zu empfehlen, da ein solcher Befund auf den Sehnerven drücken kann und dadurch möglicherweise zu Ausfällen im Gesichtsfeld führt (dies ist jedoch extrem selten der Fall). Die Schilddrüse sollte bei erhöhten Prolaktinwerten ebenfalls genauer untersucht werden, möglichst ebenfalls mit einem Belastungstest.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.gyn-online.at)




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