Eisenbedarf bei Kindern und Jugenlichen
Bei Kindern und Jugendlichen hängt der Bedarf an Eisen stark vom Lebensalter und Geschlecht ab. Besonders hoch ist der Eisenbedarf in Wachstumsphasen (0.5-1.5; 11-14 Jahre, bei denen es in kurzer Zeit zu einer starken Erhöhung der Blutvolumens (Eisenbedarf für die Blutbildung) und der Muskelmasse kommt. Bei Mädchen geht durch die einsetzende Menstruation zusätzlich Eisen verloren (10-30 mg/mens).Es wird diskutiert, dass ein Eisenmangel auch ohne Anämie bei Heranwachsenden negative Auswirkungen auf kognitive Gehirnentwicklung (Wahrnehmung, Denken) eine hochregulierte Eisenabsorption im Eisenmangel auch beim Menschen zu einer vermehrten Absorption von toxischen Schwermetallen wie Blei und Cadmium führt, die teilweise bereits in kritischen Konzentrationen in der Nahrungskette vorhanden sind.
Wegen des hohen Eisenbedarfs besonders in den Wachstumsphase gehören in Kinder und Jugendliche zu den Risikogruppen für Eisenmangel. Ein Problem in der Eisenversorgung von Kindern und Jugendlichen ist der relativ geringe Anteil von Fleisch-Eisen in der Ernährung. Insbesondere Mädchen tendieren immer häufiger zu einer vegetarischen Ernährung. Eine ausreichende Versorgung mit Eisen im Wachstum ist aus einer rein vegetarischen Kost auf Dauer zwar möglich aber relativ problematisch. In vielen Fällen ist daher eine zeitweise Prophylaxe mit einem oralen Eisenpräparat anzuraten, um einem schweren Eisenmangel vorzubeugen.
Durch die aktuelle BSE-Problematik wird der Eisenmangel bei Kindern wahrscheinlich sehr stark zunehmen, da Fleisch z.Zt. fast von der Speisekarte verschwunden ist. Man muss also bei Kindern und Jugendlichen zukünftig noch häufiger an Eisenmangel denken und ggf. auch häufiger zu einem geeigneten Eisenpräparat raten.


