Epilepsie in der Schule

Was sind Epilepsien?
Epilepsien sind Erkrankungen des Gehirns, die sich in verschiedenen Anfallsformen äußern können. Die Anfälle werden durch eine plötzliche extreme Aktivitätssteigerung des Zentralnervensystems hervorgerufen und sind Symptome einer Funktionsstörung des Gehirns, wobei normalerweise keine Nervenzellen zerstört werden. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich.In der Regel ist ein Anfallkranker nur während der Minuten, die der Anfall dauert, "krank" und nur in dieser Zeit ist er auf Unterstützung, Verständnis und eventuell Hilfe angewiesen.
In der Öffentlichkeit fallen nur die allseits bekannten großen Krampfanfälle mit Sturz und Zuckungen auf. Die anderen Anfallarten sind dagegen weitgehend unbekannt.
Epilepsie ist die häufigste neurologische Krankheit. Weltweit erkrankt 1% der Bevölkerung an Epilepsie (in Deutschland ca.800.000), d.h. es treten mehrere Anfälle in unterschiedlichen Abständen auf. Ein Drittel der an Epilepsie erkrankten ist unter 16 Jahre alt.
Ca 5% der Gesamtbevölkerung (d.h. 4 Millionen Menschen in Deutschland) bekommt einmal im Leben einen epileptischen Anfall.
Es ist weitgehend unbekannt, wie viele Menschen die Veranlagung besitzen, auf Streß, Überbelastung, Schock u.ä. mit einem Anfall zu reagieren. Durch geeignete Therapien können ca. 70 % aller Anfallkranken anfallfrei werden.
Die Rolle des Lehrers
a) Diagnostische Funktion:
Häufig werden Anfallphänomene erstmals in der Schule bemerkt. Wenn Sie Verdacht haben, daß bestimmte Auffälligkeiten an ihrem Schüler Symptome einer epileptischen Erkrankung sein könnten, beobachten Sie besonders genau. Sie können dadurch wesentlich zur korrekten Diagnosenstellung und damit zu einer wirksamen Behandlung beitragen. Sprechen Sie darüber offen mit den Eltern.b) Integrative Funktion:
Der Lehrer kann dem anfallskranken Schüler helfen, indem er seine Integration in den Klassenverband fördert, damit die Klasse ihn als "einen der ihrigen" akzeptiert, als ein Kind, das sich, abgesehen von wenigen Besonderheiten, verhält wie jedes andere.Wenn der Schüler nicht anfallfrei ist, empfiehlt lesen Sie weiter


