Kinder und Phobien

"Ich will nicht in den Keller, dort hat es Spinnen!": Phobien des Kindesalters
Kinder mit einer phobischen
Störung zeigen eine dauerhafte und starke Angstreaktion gegenüber bestimmten Objekten, Situationen oder Tieren, von denen keine reale Gefahr ausgeht. Ist die Angst eng umgrenzt (z.B. Angst vor Phantasiegestalten, Spinnen, Spritzen), handelt es sich um eine Spezifische Phobie. Tritt die Angst immer in sozialen Situationen auf (z.B. vor der Schulklasse sprechen), und befürchtet das Kind, sich zu blamieren oder vor Anderen dumm dazustehen, spricht man von einer Sozialen Phobie. Während der phobischen Reaktion kommt es bei Kindern zu starken
körperlichen Symptomen wie Herzklopfen,
Bauchschmerzen oder Zittern. Die Gedanken des Kindes kreisen um das phobische Objekt und beinhalten häufig die Überzeugung, dass eine Begegnung mit diesem zu
persönlichem Schaden führen wird ("Der Hund wird mich beissen", "Die Anderen werden mich auslachen"). Auch das Verhalten des Kindes wird durch die Angst geprägt. Die gefürchtete Situation wird vermieden oder es verlässt diese und sucht die Nähe seiner Eltern, die ihm Sicherheit vermitteln können. Die
häufigsten Inhalte kindlicher Phobien sind:
- Angst vor Fremden
- Angst vor Dunkelheit
- Angst vor Tieren
- Angst vor Gewitter
- Angst vor Höhen
Bei Kindern mit
Sozialer Phobie handelt es sich um anhaltende Ängste in sozialen Situationen, in denen das Kind auf Gleichaltrige trifft. Kinder mit einer Sozialen Phobie befürchten, dass sie sich blamieren könnten oder die anderen Kinder denken, dass sie dumm sind. Anders als Erwachsene sind Kinder nicht immer in der Lage, den Grund ihrer Ängste zu benennen. Als Hinweise einer sozialen Phobie im Kindesalter können z.B. folgende Verhaltensweisen auftreten: Schulverweigerung, Vermeidung von altersgemässen sozialen
Aktivitäten (Bevorzugung von untypischen, "einsamen" Hobbies, wie etwa Programmieren von Computern, Beschäftigung mit historischen Fakten).