Kinderkrebs: Wie Kindern reagieren

Rituale
Manche Kinder neigen dazu, bei der
Angstbewältigung Rituale einzusetzen. Es gibt „Zu-Bett-geh-Rituale", Rituale vor einem Spitalsbesuch, vor einer Spritze, usw. Rituale haben in der Regel den Sinn, tiefgreifende unbewusste
Ängste zu kanalisieren und fern zu halten. Das ist etwas ganz Normales und Vorübergehendes in der kindlichen Entwicklung. Bei einer zu starken Ausprägung und Fixierung eines Rituals kommt es aber zu Schwierigkeiten, nicht nur mit sich selber, sondern auch mit der Umgebung. Denn Rituale können zu Zwangshandlungen ausarten, welche auch die Umgebung immer stärker mitleiden lassen. Mit Zwangshandlung wird von Psychologen ein Verhalten bezeichnet, das immer wieder wiederholt werden muss und nicht mehr leicht selbst willentlich zu beeinflussen ist. So kann es sein, dass ein Kind immer den inneren Drang verspürt, sich die Hände zu waschen, obwohl diese bereits sauber sind. Wird eine Zwangshandlung von der Umgebung zu unterbrechen versucht, entsteht im Kind massive Angst, bei der es auch dann zu Wut- und
Aggressionsausbrüchen kommen kann, die wiederum das Kind ängstigen. Zwangshandlungen sind ein intensives Zeichen, dass die normalen Möglichkeiten des Kindes zur Angstbewältigung erschöpft sind und psychologisch-therapeutische Hilfe überlegt werden muss. Solange die Rituale aber nicht zu
Zwangshandlungen entarten und zu einer massiven Einschränkung des sozialen Lebens führen, bedürfen sie keiner psychologischen Behandlung. In der Regel geben sich die Rituale wieder, wenn das Sicherheitsgefühl des Kindes gewachsen ist. Es ist trotzdem nützlich, über diese Rituale zu reden bzw. auch die Umgebung über den Sinn der
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