Leukämie bei Kindern und Erwachsenen als Folge des Reaktorunfalls
Durch Leukämie - auch Blutkrebs genannt - vermehren sich kranke (bösartige) Zellen im Knochenmark und verdrängen dort die gesunden Stammzellen, die für die Produktion intakter Blut- und Immunzellen nötig sind. Meist wandern diese bösartigen Zellen auch ins Blut sowie in das lymphatischen Gewebe, beispielsweise die Lymphknoten. Dadurch wird die Immunabwehr des Körpers geschwächt.Im Oblast Gomel ist sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen nach Angaben der zuständigen Kliniken ein Anstieg der Leukämiefälle um etwa 50 Prozent im Vergleich zum Zeitraum vor der Katastrophe zu verzeichnen. Dieser Aussage widerspricht der Schlussbericht der 3. Internationalen Konferenz "Gesundheitseffekte des Tschernobyl Unfalls" in Kiev vom Juni 2001. Etliche Forscher erklärten dort, dass es keinen signifikanten Anstieg der Leukämierkrankungen unter Kindern und Erwachsenen in den verstrahlten Territorien der drei betroffenen Länder gäbe. Allerdings wurde in Kiev darauf hingewiesen, dass vor allem unter den russischen Liquidatoren, die 1986 und 1987 auf dem Reaktorgelände eingesetzt waren, die Zahl der Fälle von Leukämie statistisch signifikant angestiegen ist.
Es besteht also offenbar noch Forschungsbedarf, um klare Aussagen über Zahl und Zunahme der Leukämie bei Kindern und Erwachsenen in den drei betroffenen Ländern sowie unter den Liquidatoren machen zu können.


