Borreliose bei Kindern

Was ist Borreliose?
Borreliose – auch Lyme-Krankheit oder Zeckenborreliose genannt – ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch einen Zeckenbiss übertragen wird. Der Verlauf der Krankheit gliedert sich in verschiedene Stadien. Wenige Stunden bis zu drei Wochen nach dem Zeckenstich tritt an der Einstichstelle eine kleine Hautrötung auf. Diese vergrößert sich kreisförmig und verblasst dann in der Mitte. Dieses Zeichen wird Erythema migrans (wandernde Röte) genannt. Die Rötung ist schmerzlos.
Wie erfolgt die Infektion?
Borrelien – eine Art von Bakterien – leben im Verdauungstrakt von infizierten Zecken. Borreliose wird durch den Biss von diesen Zecken verursacht. Borrelien dringen über die Haut des Menschen ein und rufen die charakteristische Hautrötung hervor. Später können sie ins Blut gelangen und andere Symptome der Infektion verursachen. Zecken sind besonders in den Monaten Mai bis November aktiv. In dieser Zeit klammert die Zecke an hohem Gras, Sträuchern oder ähnlichem. Mensch, Hund, Wild, Mäuse, Pferde und Katzen stellen Wirte für die Zecken dar. Setzt sich die Zecke auf den Wirt, wandert sie oft zu warmen, feuchten und dunklen Stellen des Körpers, wie zum Beispiel den Achseln oder in die Schamregion. Aber auch an jeder anderen Körperstelle kann sich eine Zecke festbeißen. Mit Hilfe ihres Stich- und Saugapparates dringt die Zecke in die Haut ein. Dieser Vorgang dauert etwa zehn Minuten. Während des Stichs gibt die Zecke größere Mengen von Speichel in die Wunde ab, gleichzeitig saugt sie Blut. Da der Speichel schmerz- und gerinnungshemmende Substanzen enthält, bemerken viele den Zeckenstich überhaupt nicht. Am Ende der Blutmahlzeit würgt die Zecke Magenreste in die Wunde. So gelangen die Borrelien aus dem Verdauungstrakt der infizierten Zecke in den Menschen. Bei Eintritt der Sättigung fällt die Zecke meistens von allein ab. Darauf sollte man jedoch nicht warten. Besser ist es, die Zecke bald möglichst entfernen oder mit einer Zeckenzange beim Arzt entfernen lassen. Je länger die Zecke saugt, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit der Borrelienübertragung. Nicht jeder Zeckenstich überträgt Borreliose. Etwa jede fünfte Zecke im europäischen Raum ist mit Borrelien infiziert. Es gibt sogenannte Endemiegebiete, in denen die Durchseuchung der Zecken mit über 30% sehr hoch ist. Kontrollieren Sie die Stichstelle und suchen Sie bei jeder Veränderung Ihren Hausarzt auf.nach oben
Was sind die Anzeichen für Borreliose?
An der Einstichstelle entsteht in 60-80% der Fälle nach wenigen Stunden bis drei Wochen eine kreisrunde Rötung, die sich langsam ausbreitet, in der Mitte heller wird und dadurch Ringform annimmt. Die Rötung ist nicht schmerzhaft, juckt manchmal diskret und bildet sich spontan zurück.Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Schüttelfrost können den Ausschlag genauso begleiten wie leichtes Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen oder geschwollene Lymphknoten.
Wie erfolgt die Diagnosestellung?
Tritt die charakteristische Rötung in Verbindung mit den oben beschriebenen Symptomen auf, sollten Sie mit Ihrem Kind umgehend einen Arzt aufsuchen. Die Krankheitsgeschichte wird genauestens erfragt und ihr Kind untersucht. Da borrelieninfizierte Zecken gehäuft in bestimmten Gebieten vorkommen, ist es wichtig, genau zu wissen, wo sich Ihr Kind in der letzten Zeit aufgehalten hat. Der Körper bildet nach einem Kontakt mit körperfremden Stoffen Antikörper. Eine Blutprobe zeigt, ob das Kind Antikörper gegen die Borrelien gebildet hat. Normalerweise sind sie zwei bis vier Wochen nach dem Zeckenstich im Blut nachweisbar. Es können aber auch bis zwei Monate vergehen. Ihr Kind könnte sich also mit Borrelien infiziert haben, obwohl die Blutprobe negativ ist. Ebenso bedeutet umgekehrt eine positive Blutprobe nicht zwangsläufig, dass sich Ihr Kind vor kurzem angesteckt hat. Antikörper sind über Jahre im Blut nachweisbar, sie könnten daher auch von einer früheren Ansteckung stammen. Durch verschiedene Antikörper lassen sich aber frische von alten Infektionen unterscheiden.Besteht der Verdacht auf Neuroborreliose, wird ihr Kind sofort in ein Krankenhaus eingewiesen. Dort wird die Flüssigkeit des Rückenmarks untersucht, so kann man erkennen, ob die Bakterien ins Nervensystem vorgedrungen sind.


