Haemophilus Influenzae B-Impfung

Allgemeines
Aufgrund epidemiologischer Untersuchungen in Finnland, den USA und Kanada ist seit vielen Jahren bekannt, daß Haemophilus Influenzae Typ - B (HIB) vor allem im
Säuglings- und Kleinkindesalter von großer pathogenetischer Bedeutung ist. So verursacht HIB in der Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr schwerwiegende Erkrankungen bei über 1500 Kindern, ca. eines von 420 Kindern muß vor dem vollendeten Lebensjahr wegen einer invasiven HIB - Erkrankung stationär behandelt werden. HIB ist der häufigste Erreger der eitrigen Meningitis bei Kindern unter fünf Jahren. Die Sterblichkeitsrate liegt bei ca. fünf Prozent, von den überlebenden Kindern erleiden 20 - 45 % schwere neurologische Folgeschäden wie
- Hör- und Gleichgewichtsstörungen
- Sehbehinderungen oder Blindheit
- zerebrale Bewegungsstörungen
- zerebrale Anfallsleiden und geistige Behinderung.
Weitere von HIB verursachte
Krankheiten sind: Eitrige Kehlkopfentzündung, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung sowie Entzündung im Wangen- und Augenbereich. Weltweit wird zudem eine starke Zunahme von HIB - Erkrankungen beobachtet.
Ziele
Nach Einführung der HIB - Impfung bei den Tiroler Gesundheitsämtern im Jahr 1992 war es das Ziel des Arbeitskreises für Vorsorgemedizin in Tirol, durch Einbindung der niedergelassenen praktischen Ärzte und Fachärzte für
Kinderheilkunde in die Impftätigkeit eine möglichst hohe Durchimpfrate zu erzielen.
Ergebnisse
Die Haemophilus - Influenzae B - Impfung wurde von der Bevökerung vom Start weg hervorragend angenommen. Die
Impfbeteiligung betrug über 90 %. Als Ausdruck dieser hohen Akzeptanz der Impfung registrierten wir einen Rückgang an invasiven HIB - Erkrankungen um 95 %. Im Hinblick auf die hohen Folgekosten von Kindern mit neurologischen Folgeschäden nach durchgemachter HIB -
Meningitis haben sich durch den erfolgreichen Verlauf des HIB - Impfprogrammes die relativ hohen Impfkosten nachweislich amortisiert.
Des Arbeitskreises für Vorsorgemedizin in Tirol
Kleine Kinder sind oft krank. Etwa 8- 12 mal pro Jahr in den ersten Lebensjahren. Denn ihre
Abwehrkräfte lesen Sie weiter