zu signalisieren. Schuldzuweisungen führen zu keiner besseren Einsicht des Patienten, sondern eher dazu, dass dieser weiterhin versuchen wird die Erkrankung zu verleugnen.

Es muss den Patienten auch klar gemacht werden, dass im Rahmen der Therapie nicht ein bisher bewährter Bewältigungsmechanismus dem Patienten abtrainiert wird, sondern dass an Stelle dieses Fehlverhaltens andere Bewältigungsmechanismen erlernt werden, die helfen sollen Alltagsprobleme besser zu gestalten.

2. Risiken:

Schon der Normalkonsum von "Alkohol" birgt eine Reihe von Risken in sich: hat man bisher geglaubt, dass erst ab 60 g Alkohol pro Tag (ein großes und ein kleines Bier) mit körperlichen Folgeerkrankungen zurechnen ist, so weiß man, dass höchstwahrscheinlich schon Alkoholmengen unter 60 g. täglich eine Reihe von Erkrankungen nach sich ziehen können. So glaubt man zum z.B., dass der Diabetes 2 (Altersdiabetes) Folge langjährigen konstanten Alkoholkonsums sein kann. Alkohol führt zu einer dauernden Freisetzung von Insulin, was in weiterer Folge zu einer Überlastung der Insulin produzierenden Zellen führt. Die Folge kann dann unter Umständen ein Altersdiabetes sein.

Auch Erkrankungen des Herzkreislaufsystems wie z.B. der essentielle Bluthochdruck wird zwischenzeitlich bei einem bestimmten Anteil der Patienten auf regelmäßigen Konsum von Alkohol zurückgeführt. Man weiß auch, dass Unfälle unter Umständen Folgen eines relativ geringfügigen Alkoholkonsums sind. Schon bei einem Blutalkoholgehalt von 0,3 %o lässt sich einerseits eine Reduktion der Reaktionszeit feststellen, anderseits zeigen sich hier Symptome einer Selbstüberschätzung. Beides gemeinsam kann dann zu Unfällen führen. Der regelmäßige Konsum von Alkohol über 60 g. täglich führt zu den o.B. Folgeerkrankungen. Als sowohl Fett, als auch wasserlösliche Substanz ist Alkohol besonders für alle Formen von Membranen toxisch, was letztendlich bedeutet, dass Alkohol sämtliche Organsysteme negativ beeinträchtigt. Von erheblicher Bedeutung ist auch die Wirkung des Alkohol auf psychische Faktoren. Häufig kommt es zu depressiven Symptomen, die hin bis zur Suizidalität führen können.

Im Schnitt reduziert sich die Lebenserwartung eines Alkoholkranken Menschen um ca. 12 Jahre.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.gin.uibk.ac.at)




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