Was heisst Wassertherapie

Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten von Wasser
Hydrotherapie ist die methodische Anwendung des Wassers in seinen verschiedenen Temperaturen und Aggregatzuständen. Es ist die Therapie im, um und mit Wasser. Die Balneotherapie umfasst die therapeutische Verwendung von Bädern und den darin enthaltenen Wirkstoffen und die Anwendung von Trink- und Inhalationskuren und andere ortsgebundene Kurmittel (Heilgase, besondere klimatische Faktoren). Es gibt Abreibungen und Waschungen (bei fieberhaften Erkältungen, Herz-Kreislaufstörungen, Schüttelfrost...), Packungen und Wickel (heisse Rolle, Arm- und Wadenwickel...), Güsse (Kneipp`sche Güsse), Dusche , Unterwassermassagen (Unterwasserdruckstrahlmassage), Wassergymnastik und Schwimmen.Wassertemperaturen
- brunnenkalt 10° - 15°C
- indifferent 34° - 35°C
- warm 36° - 37°C
- sehr warm 38° - 40°C
- heiss 40° - 45°C (in Japan sogar bis 48°C)
Physikalische Aspekte
Der hydrostatische Druck, der Schweredruck (Gewichtskraft) des Wassers nimmt von oben nach unten zu und ist auf dem Boden des Gefässes (Schwimmbad, See) am höchsten. Seine Grösse errechnet sich aus der Höhe der Flüssigkeitssäule (Wassertiefe), die auf einem bestimmten Punkt lastet sowie der Dichte des Wassers. Süsses, warmes Wasser hat eine geringere Dichte als salziges, kaltes Wasser. Der hydrostatische Druck ist ein mechanischer Reiz, der besonders auf das Herz-Kreislaufsystem sowie auf die Atmung wirkt. Beispiel: Bei einem aufrecht im Wasser stehenden Menschen bewirkt der grössere Druck auf die Beine, dass ungefähr 200ml Blut zum Herzen hin verschoben werden. Dies bedeutet ein erhöhtes Blutangebot und somit ein vergrössertes Schlagvolumen. Die physiologische Reaktion ist eine Verlangsamung der Herzschläge. (Achtung bei Personen mit Herzproblemen).Der Auftrieb
als Folge des hydrostatischen Druckes ist eine Kraft, die der Schwerkraft entgegenwirkt und einen Gewichtsverlust vortäuscht. Diese Kraft ist nach oben gerichtet. Die Grösse von der scheinbaren Gewichtsabnahme ist von dem Verhältnis der beiden Kräfte (Schwerkraft und Auftrieb) zueinander abhängig. Überwiegt der Auftrieb, so schwimmt der Körper. Ist aber die Gewichtskraft grösser, so sinkt der Körper. Dies zu wissen ist wichtig für die Auswirkung auf das Stütz- und Bewegungssystem. Je grösssr der Einfluss des Auftriebes ist, umso geringer ist, abhängig von der Ausgangsstellung, die Belastung der Gelenke, und umso entspannter ist die Muskulatur. Stabil ist ein Körper im Wasser, wenn die beiden angreifenden Kräfte nahe beieinander und beide Angriffspunkte auf einer vertikalen Achse liegen.Beispiel: Eine Person liegt auf dem Rücken im Wasser. Nicht jeder Mensch kann eine stabile Lage einnehmen. Meist sinken die Beine ab, denn an den Beinen überwiegt wegen der grösseren Knochen- und Muskelmasse im Vergleich zum Oberkörper mit seiner lufthaltigen Lunge die Gewichtskraft. Der Körperschwerpunkt liegt weiter fusswärts. Die beiden Kräfte liegen nicht auf einer Vertikalen und die Lage des Körpers im Wasser ist labil. Durch das Nachobenstrecken (cranial) der Arme können die beiden Kräfte auf eine Vertikale gebracht werden und die Körperlage wird stabil. Bereits geringe Asymmetrien in der Haltung lassen den Körper zur Seite rollen. (Muskelasymmetrie, Skoliose, Hemiparese...)
Der Strömungswiderstand
- Je grösser und kantiger ein Gegenstand ist, desto grösser ist der Widerstand und die aufzubringende Kraft.
- Süsswasser hat eine geringere Dichte als salzhaltiges Wasser, also einen geringeren Widerstand.
- Warmes Wasser hat eine geringere Dichte als kaltes, also auch einen geringeren Widerstand.
- Je schneller etwas im Wasser bewegt wird, umso grösser wird der Strömungswiderstand. Verdoppelt sich die Geschwindigkeit der Bewegung, so erhöht sich der Widerstand um das Vierfache.
Gesetz von actio und reactio
ist das dritte Newton`sche Gesetz, das Prinzip von der Gleichheit von Wirkung (actio) und Gegenwirkung (reactio). Beispiel: Zieht der Übende beide Arme von der Wasseroberfläche seitlich am Körper vorbei nach unten hinten (=actio), so entsteht eine Bewegung nach vorne oben (=reactio)Therapie
Die physikalischen Eigenschaften des Wassers werden in der Therapie genutzt:- Verbesserung der Koordination: Dank dem Auftrieb können Bewegungsabläufe mit geringer Muskekraft geübt werden. Bewegungen können gebahnt werden.
- Entspannung der Muskulatur: Der Muskeltonus wird dank dem Auftrieb und der dazu führenden Gewichtsabnahme gesenkt. Eine Wassertemperatur von 31° - 36°C bewirkt auch eine Tonussenkung.
- Entlastung der Gelenke: Der Druck auf die Gelenke nimmt mit zunehmender Wassertiefe ab. Beispiel: Steht ein Übender bis zur Brust im Wasser, so lastet nur noch ein Gewicht von 15 - 30 kg auf seine Gelenke. Knochenbrüche, welche noch nicht belastungsstabil sind, können behandelt und die Muskulatur bereits auftrainiert werden.
- Schmerzreduzierung: Dank dem Auftrieb, der Entlastung der Gelenke und dem Herabsetzen des Muskeltonus schmerzen betroffene Körperregionen nicht mehr oder weit weniger.
- Gelenkbeweglichkeit: Mit Hilfe des Auftriebes kann allgemein die Gelenkbeweglichkeit verbessert werden. (Coxarthrosen, Knieprobleme, Rheumaeinschränkungen...). lesen Sie weiter


