Die Halliwickmethode
James Mc Millan begann sein Projekt an einer Schule für körperbehinderte Kinder: "Die Fortbewegung Behinderter im Wasser ohne Hilfsmittel". Die Halliwickmethode (benannt nach einer Schule) verfolgt das Ziel, dass sich die behinderten Kinder durch das Medium Wasser von ihren Hilfsmitteln lösen und eine bedingte Selbständigkeit erfahren können. Das Wasser ist für den Menschen ein neues Medium. Er muss lernen, sich darin zu bewegen und die verschiedenen physikalischen Eigenschaften zu berücksichtigen.- Der Körper hat kaum Gewicht (Auftrieb). Es muss gelernt werden, gegen den Auftrieb zu arbeiten.
- Das Wasser bietet anderen Widerstand als der Boden. Wenn man dagegen tritt, weicht es aus.
- Das Wasser hat ein Eigengewicht, das bei Bewegungen weg gestossen werden muss.
- Unter Wasser kann nicht geatmet werden. Das Einnehmen einer sicheren Atemposition muss erlernt werden.
Die Halliwickmethode ist hierarchisch gegliedert und beginnt immer mit der Wassergewöhnung.
Das 10 - Punkte - Programm
- Geistige Anpassung an die Verhältnisse im Wasser
- Loslösen, selbständig werden
- Vertikale Rotation - vorwärts- und rückwärtsdrehen, aufstehen - abliegen
- Laterale Rotation - drehen über die Seite, rollen
- Kombinierte Rotation - Kombination von vertikaler und lateraler Rotation
- Spüren und ausnützen des Auftriebes
- Gleichgewicht - Ruhe
- Gleiten auf dem Wasser
- Einfachstes sich fortbewegen
- Erster Schwimmstil
Wassertherapie: für Kinder mit verschiedenen Bewegungsstörungen und Behinderungen
Amputationen
Die Betroffenen müssen eine total neue Anpassung in Bezug auf ihr Gleichgewicht lernen.Autismus
Die Kinder verfügen meist über ein sehr gutes Gleichgewicht. Rhythmus und das taktile Gefühl sind meist gut. Die Gruppe muss mit Kindern durchmischt werden, die von anderen Einschränkungen betroffen sind.Blindheit
Anfangs sollten diese Kinder immer den Boden unter ihren Füssen spüren. Sie müssen selbst erfahren dürfen, wann und wo das Wasser tiefer wird, um die nötige Sicherheit zu erlangen.CP
Um das Umkippen zu vermeiden, kann eine Ausweichhaltung eingenommen werden: *den Kopf zur Seite drehen *den gesunden Arm beugen *die Beine überkreuzen- Ataxie: Der Grundtonus sinkt im Wasser. Der Stellungswechsel verursacht Angst. Diese Kinder fixieren sich stark auf gewisse Körperteile, um sich kontrollieren zu können. (Bsp. flektierte steife Armhaltung). Ganz wichtig für sie ist die Atmungskontrolle und eine gründliche Wassergewöhnung.
- Athetose: Die asymmetrische Körperhaltung und die überschiessenden Bewegungen verhindern eine stabile Lage. Ihre Bewegungsunruhe bringt viele Turbulenzen. Es ist wichtig mit ihnen mit dem Wasserwiderstand zu arbeiten.
- Diparese: Die Beine bewegen oft en bloc. Sie werden überkreuzt gehalten, was eine Verdrehung im Beckenbereich bewirkt und ein Rollen im Wasser hervorruft. Hier wird vorwiegend mit dem Oberkörper (Kopf und Schultergürtel) ausgeglichen. Der Schwimmer kompensiert mit sehr starken Armbewegungen.
- Hemiparese: Die einseitige Behinderung bringt den Betroffenen ins Ungleichgewicht. Er wird zur paretischen Seite gedreht (weniger Auftrieb). Um diese Schwierigkeit zu beheben, ist eine gezielte, präzise und individuelle Arbeit erforderlich. Je nach Ausprägung der Behinderung, werden Kopf, Becken oder die unteren Extremitäten angegangen.
- Spastik: Die Verkrampfung führt zu einer schmalen Unterstützungs- und Auftriebsfläche.
- Tetraparese: Die Arme und Beine sind schwer und tendieren zu sinken. Der Kopf wird oft in pathologischen Mustern fixiert.
Geistige Behinderung
Die Einschränkungen (können) liegen in:- Erschwerte Aufnahmefähigkeit
- Schwierigkeit in der sprachlichen Verständigung
- Nachahmungsschwierigkeiten von Bewegungsmustern
- Koordinationsschwierigkeiten
- Mangelhafte Kontrolle der persönlichen Bewegung
- Fehlbeurteilung der Situation (überängstlich, Gefahr nicht erkennnen)
- Schwierigkeiten in der Gruppenfähigkeit (Sozialisation)
- Störungen der Emotionen
Schlaffe Lähmung
Gelähmte Glieder weisen ein niedrigeres spezifisches Gewicht auf als gesunde. Daher "schwimmen gelähmte Glieder wie von selbst". Das Wasser ist ein ideales Medium. Einige Menschen mit Behinderungen schwimmen in wenigen Monaten, andere brauchen Jahre zum Erlernen dieser Fähigkeit. Doch Schwimmenlernen bedeutet Freude, Abwechslung und das Gefühl von Selbständigkeit. Geschult werden gleichzeitig die Konzentration und die Ausdauer.(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.heilpaed.ch)


