Dorsalarterie des Penis rot dargestellt, welche die Penishaut und die Eichel mit Blut versorgt, in der unteren Bildhälfte ebenfalls mit normaler Durchblutung die kräftige rechte Schwellkörperarterie , welche für die Erektion verantwortlich ist. Der Farbdoppler zeigt die durch das sog Penis-septum (Trennwand zwischen den beiden Schwellkörpern – In der Abbildung als weißer Streifen zwischen den Gefäßen erkennbar) getrennten Schwellkörperarterien, welche nur mit schwacher Farbgebung erkennbar sind, da eine starke Arteriosklerose mit starker Durchblutungsstörung vorliegt (siehe im Gegensatz hierzu Abb. III, 5 mit starker Farbgebung der Penisarterien). Man sieht hier sehr schön die von der Schwellkörperarterie abgehenden sog. Rankenarterien (Arteriae helicinae) als Hinweis dafür, dass bei diesem Patienten auch die sog. Mikrozirkulation, also die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen intakt ist.Sollte sich auf die Schwellkörperinjektion von 20 µg Prostaglandin E1 (Handelspräparate Caverject® oder Viridal®) oder aber von 30mg Papaverin + 1 mg Phentolamin (Handelspräparat Androskat®) auch nach 30 – 60 Minuten keine zum Koitus ausreichende Erektion einstellen, so ist ein erhöhter Blutabfluss (sog. venöses Leck bzw. cavernöse Insuffizienz ,syn. auch veno-occlusive Dysfunktion genannt) als Ursache der Erektionsstörung sehr wahrscheinlich.

Bei entsprechender Fragestellung (z.B. geplante Operation oder Erstellung eines Zusammenhanggutachtens bei Unfällen/Verletzungen) kann dann am Cavernosometrie / Cavernosographiemeßplatz mittels einer Pharmakoncavernosometrie-/graphie der Schweregrad der Schwellkörperfunktionsstörung festgestellt und durch Röntgenzielaufnahmen der erhöhte Blutabfluss untersucht und dokumentiert werden (siehe Abb. III,9). Allerdings wird diese aufwendige Funktionsuntersuchung heutzutage nur noch sehr selten bei ganz bestimmten Fragestellungen durchgeführt.Schwarzer Pfeil: erhöhter Blutabfluss über die Dorsalvene des Penis. Roter Pfeil: Pathologischer Shunt (Kurschlussverbindung zwischen Erektionsschwellkörper und Harnröhrenschwellkörper. Dadurch erhöhter Blutabfluss aus dem Erektionsschwellkörper

Nach Zusammentragen aller Untersuchungsergebnisse werden dann mit dem Patienten bzw. dem Paar die Ursache und die Behandlungsmöglichkeiten besprochen, um ein individuelles Therapiekonzept zu erarbeiten. Patienten die sich für die Schwellkörperinjektionstherapie, die transurethrale Alprostadiltherapie oder die Vakuumtherapie entscheiden, werden noch am gleichen Tag in die einzelnen Applikationsbesonderheiten eingewiesen.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.porst-hamburg.de)




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