Kontraindikationen zur Nierentransplantation
- nicht kurativ behandelte bösartige Erkrankungen,
- klinisch manifeste Infektionserkrankungen,
- HIV-Infektionen,
- schwerwiegende zusätzliche Erkrankungen (z.B. Herz- und Gefäßerkrankungen, Bronchial- und Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen), die entweder ein vitales Risiko bei der Transplantation darstellen oder den längerfristigen Transplantationserfolg in Frage stellen.
Die Lebendnierenspende
Falls keine medizinischen Hinderungsgründe bestehen, kann eine Niere ohne großes Risiko von einem gesunden lebenden Spender zur Transplantation entnommen werden. Die Lebendspende einer Niere ist nach dem Transplantationsgesetz zulässig, "zum Zwecke der Übertragung auf Verwandte 1. u. 2. Grades, Ehegatten, Verlobte o.a. Personen, die dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahe stehen". Der Arzt muss den Organspender ausführlich über die Art des Eingriffes, den Umfang und mögliche Folgen und Spätfolgen der beabsichtigten Organentnahme für seine Gesundheit aufklären. Voraussetzung für eine Lebendspende-Transplantation ist die Blutgruppenkompatibilität, wobei der Rhesusfaktor keine Rolle spielt. Eine speziell für die Lebendspende entwickelte Crossmatch-(Kreuzprobe) Untersuchung zwischen Spender und Empfänger muss negativ sein. Die Ergebnisse der Lebendnieren-Transplantationen auf Seiten des Empfängers sind denen der Transplantation von Leichennieren überlegen. Die Langzeitergebnisse bei Lebendspenden, sowohl bei Verwandten-Lebendspende als auch bei Nichtverwandten-Lebendspende, liegen deutlich über den Ergebnissen der Leichennierenspende. Die guten Erfolge werden erklärt durch die gute Vorbereitung von Spender und Empfänger, das Vermeiden langer Organkonservierungszeiten und dadurch, dass der Spender gesund ist. Der Eingriff kann optimal geplant und durchgeführt werden.Bis zur Verabschiedung des Transplantationsgesetzes 1997 war die Zahl der Lebend-Transplantationen in Deutschland sehr gering. Die Anzahl der Patienten auf der Warteliste für eine Nierentransplantation ist 2004 in der BRD auf ca. 12.000 angestiegen, jährlich kommen ca. 3.000 Patienten hinzu, während die Zahl der Leichennieren-Transplantationen bei ca. 2.000/Jahr stagniert. Daraus resultiert eine stetig zunehmende Wartezeit von zur Zeit durchschnittlich ca. 3 Jahren auf eine Nierentransplantation. Nach der Verabschiedung des Transplantationsgesetzes ist in der Bundesrepublik Deutschland die Zahl der Lebend-Transplantationen deutlich angestiegen.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.genzyme.de)


