Die Therapie der Harnblasenkarzinom

 
Die Therapie der HarnblasenkarzinomDie Behandlung richtet sich nach der Ausbreitung des Tumors: Bei einem oberflächlichem Harnblasenkrebs hat der Tumor noch nicht die Muskelschicht der Harnblasenwand befallen. Meist kann der Urologe während der Blasenspiegelung diese Tumoren mit einer elektrischen Schlinge (=TUR-Blase) abtragen. In der Regel haben diese Patienten eine sehr günstige Prognose, in vielen Fällen wachsen jedoch nach ein paar Monaten oder Jahren erneut solche Gewächse in der Harnblase. Aufgrund dessen werden zur Vorbeugung nach der elektrischen Abtragung noch ambulant Medikamente (meist für 1 Stunde/1x/Woche für 6 Wochen) über die Harnröhre in die Harnblase eingespritzt.

Hat der Tumor die Muskelschicht der Blasenwand befallen oder liegt ein sehr aggressiver oberflächlicher Harnblasenkrebs vor, bietet die vollständige operative Entfernung der Blase die beste Aussicht auf Heilung (= Zystektomie). Bei Männern wird meistens zusätzlich die Prostata mit den Samenbläschen entfernt, bei Befall der Harnröhre auch diese. Bei Frauen werden zusätzlich die Gebärmutter, die Harnröhre und meist auch die Eierstöcke entfernt. Eine teilweise Entfernung der Harnblase hat sich nicht bewährt und kommt nur in ausgewählten Fällen in Frage.

Für die Urinableitung nach der operativen Entfernung der Harnblase stehen verschiedene Möglichkeiten, in Abhängigkeit von der Erkrankungssituation, dem Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten, zur Wahl. Bei der Bildung einer Ersatzblase (Neoblase) aus Darm, in die die Harnleiter neu eingepflanzt werden und die an die Harnröhre angeschlossen wird kann die Blasenentleerung auf natürlichem Wege erfolgen. In manchen Fällen wird ebenfalls aus Darm eine Ersatzblase gebildet, die über einen kleinen, kaum sichtbaren Ausgang im Bereich des Nabels mittels eines dünnen Katheters entleert werden kann. Der Ausgang verfügt über einen Ventilmechanismus, so dass der Patient keinen unwillkürlichen Urinverlust erleidet (= trockenes Stoma). Der Erfahrungsbericht eines Patienten nach Anlage einer Neoblase zeigt beispielhaft, dass nach der Operation bald wieder eine gute Lebensqualität erreicht werden kann.

Die Harnleiter können aber auch in ein ausgeschaltetes Stück Darm eingepflanzt werden, dessen offenes Ende über die Bauchhaut nach außen abgeleitet wird (= nasses Stoma). Bestehen bereits Absiedlungen (=Metastasen) des Harnblasenkrebses in andere Körperregionen, (wie z.B. Lymphabflussstationen, Lunge, Leber, Knochen) wird die Behandlung individuell festgelegt. Neben der Gabe von Medikamenten (Chemotherapie) zur Behandlung dieser Absiedlungen kann in Abhängigkeit von Beschwerden im Bereich der Harnblase neben einer operativen Therapie (z.B. TUR-B; Zystektomie) auch eine Bestrahlungsbehandlung dem Patienten helfen.




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