Eine HZL-Patientin ans Wort ...
Vor 10 Jahren wollte ich eine größere Reise machen. Ich dachte, ich könnte mich mal beim Arzt vorher durchchecken lassen. Grund dazu hatte ich nicht, denn es ging mir gesundheitlich sehr gut. Die Untersuchung zog sich hin, ich mußte immer wieder ein Blutbild machen lassen, bis mich mein Internist ganz plötzlich an einen Hämatologie-Professor überwies mit der Bemerkung, die Sache würde ihm zu heiß.Dort: Untersuchungen, Fragen, Blutabnahme, bedrückte Gesichter, Achselzucken auf meine Fragen. Ich wurde in den Weihnachtsurlaub entlassen mit dem Hinweis, Menschenansammlungen zu meiden, um mir keine Infektion zu holen. Meine Reise durfte ich nicht antreten. Ich wußte immer noch nicht, was mir fehlte, denn ich fühlte mich wohl wie immer. Erst im Januar, nachdem das Speziallabor wieder arbeitete und mein Arzt den Bericht bekommen hatte, bekam ich die Mitteilung: Haarzell-Leukämie. Ich konnte es nicht glauben.
Dann: 1 Woche Krankenhaus, onkologische Abteilung, Interferontherapie (Intron A, 5x3 Mio/Woche). Das war viel. Ich habe das Interferon gut vertragen bis auf die Müdigkeit und die Knochenschmerzen. Ich schlief täglich mehr als 10 Stunden. Trotzdem habe ich aber immer gearbeitet (4 Std./Tag), Sport getrieben und ein möglichst ganz normales Leben geführt, äußerlich, denn die seelischen Belastungen waren groß, da ich keine genauen Informationen über Haarzell-Leukämie von den Ärzten bekommen konnte. Ich habe aber immer gegen die Krankheit angekämpft.
In dieser Situation hat mir meine Schwester in USA, die Zugang zu einer Medizinischen Universitätsbibliothek hatte, sehr geholfen. Sie konnte 1991 schon Informationen aus dem Internet holen. Mein Professor, dem ich die Unterlagen zeigte, war ganz begeistert und machte sich Kopien davon.
Die Dosis Intron A konnte nach ca. 1 Jahr auf 3x3 Mio/Woche reduziert werden, dadurch sanken auch die Nebenwirkungen. Das Blutbild normalisierte sich immer mehr. Erst später erfuhr ich, daß meine Leukozyten bis lesen Sie weiter


