Eine Spritze fürs Sehen
Rund zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland unter der Makuladegeneration. Leider lässt sich diese Augenkrankheit oft nicht erfolgreich behandeln. Für einen Teil ihrer Patienten setzen die Augenärzte jetzt auf eine spezielle Spritze, die es seit Mai dieses Jahres auch in Deutschland gibt.Sorgfältig desinfiziert Professor Dr. Frank Holz mit einem Tupfer Wimpern und Lid, nachdem er das Auge seiner Patientin betäubt hat. Langsam nimmt er eine Spritze in die rechte Hand und führt sie an den unteren Bereich des Augapfels heran. Vorsichtig gleitet die hochfeine Nadel in das Gewebe. Holz spritzt eine winzige Menge eines Medikaments in das Augeninnere. Ein feiner Stich, der das Augenlicht retten soll.
Die 68-jährige Patientin des ärztlichen Direktors der Universitäts-Augenklinik Bonn leidet unter der altersbedingten Makuladegeneration, kurz AMD genannt. Holz: »Die Makula, sie liegt in der Mitte der Netzhaut, enthält die wichtigsten Sinneszellen des Auges. Sie ermöglicht genau das scharf zu sehen, was man gerade betrachten möchte.«
Feuchte und trockene Form
Augenärzte unterscheiden zwei Arten der AMD. 90 Prozent der Patienten trifft die trockene Form. Bei ihr lagern sich Stoffwechselprodukte in der Netzhaut ab und schädigen die Sehzellen. Bei der aggressiveren und schneller verlaufenden feuchten Form, an der in Deutschland 200 000 Patienten leiden, wuchern krankhafte Gefäße in die Netzhaut ein.»Die Wahrscheinlichkeit, an einer AMD zu erkranken, nimmt mit den Lebensjahren deutlich zu«, erklärt Holz. Zwischen 70 und 74 Jahren trifft sie fast jeden fünften Patienten. Ab dem 85. Lebensjahr erkrankt sogar jeder zweite Deutsche daran. Neben dem Alter, dem mit lesen Sie weiter


