Fieber: die Arten

 
Fieber: die ArtenDem Charakter nach unterschied man früher zahlreiche Fieberarten, von denen heute nur folgende noch von Bedeutung sind:
  • Das entzündliche F. (Febris synocha), dessen leichtere Grade als Reizfieber (Febris erethica) bezeichnet werden, kommt in seiner reinsten Form bei schweren örtlichen Affektionen entzündlicher Natur (z. B. der Lungen- und Brustfellentzündung) und bei sonst kräftigen Individuen vor, ist ausgezeichnet durch Frösteln oder starken Frost und darauf folgende große Hitze mit hoher Bluttemperatur; der Puls ist dabei härtlich, mäßig frequent, schnell; der Verlauf des Fiebers ist der anhaltende oder schwach nachlassende. Starkes Hitzegefühl, lebhaft gerötetes Gesicht, mäßiger Schweiß, lebhafter Durst, Verstopfung, stark sedimentierender Harn, Unruhe und Delirien des Kranken bei kräftigen Bewegungen sind hervorstechende Symptome des entzündlichen Fiebers. Die Prognose ist dabei im allgemeinen gut, weil der Organismus kräftig genug ist, die Folgen des Fiebers zu ertragen und die durch dasselbe gesetzten Störungen auszugleichen.
  • Das nervöse F. (Febris adynamica, atactica, torpida) findet sich bei Personen mit schwacher Konstitution oder bei durch vorhergehende Krankheitsprozesse erschöpften oder alten Leuten, z. B. im Typhus, als Brandfieber, bei der Ruhr etc. Der Kranke zeigt hohe Temperaturen des Rumpfes, aber kühle Extremitäten, er schwitzt stark, der Puls ist außerordentlich frequent, oft klein und doppelschlägig, das Bewußtsein benommen, wie oben dargestellt. Der Kranke liegt sich leicht auf, läßt Harn und Kot unter sich. Der Verlauf ist kontinuierlich bis nachlassend, die Prognose schlecht, denn der Kranke ist aufs äußerste erschöpft, und sein Organismus vermag die fieberhafte Störung nicht zu überwinden.
  •  Das Zehrfieber (Febris hectica) kommt bei den verschiedenen Formen der Tuberkulose vor, ist ausgezeichnet durch guten Appetit des Fiebernden, der alle Speisen gut verträgt und verdaut, aber trotz reichlicher Nahrungsaufnahme sichtlich abzehrt. Das Zehrfieber zeigt alle möglichen Typen des Verlaufs nacheinander, es ist gewöhnlich ein stark und unregelmäßig nachlassendes F. Der Kranke hat starke Schweiße in den frühen Morgenstunden mit dem nachfolgenden Gefühl großer Ermattung, häufig bestehen daneben auch reichliche erschöpfende Durchfälle. Die nervösen Erscheinungen des Fiebers treten dagegen ganz zurück. Die Prognose ist meist schlecht, weil das F. sehr lange anhält und der Kranke durch dasselbe vollständig erschöpft wird.





Infoflasche die meist komplette Informationsquelle! Helfen Sie uns Infoflasche zu ergänzen und promoten Sie gleichzeitig ihre Site. Haben Sie noch interessante Informationen? Machen Sie sich infoflasche Partner!