Lassafieber - Hintergrundinformationen
Anlässlich des aktuellen Falls von Lassafieber, welcher vergangene Woche bei einem Patienten des Universitätsklinikums Münster festgestellt wurde, bietet das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg weiterführende Hintergrundinformationen zur Lassavirus-Erkrankung an.Die Erkrankung
Lassa-Fieber ist eine Viruserkrankung und in ländlichen Gebieten West-Afrikas ganzjährig verbreitet. Überträger sind chronisch infizierte kleine Nagetiere (Mastomys natalensis), die in die Vorratshäuser eindringen und Nahrungsmittel mit Urin oder Exkrementen kontaminieren. Bei engen Kontakt mit Erkrankten ist das Lassafieber auch von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Krankheit beginnt beim Menschen meist mit Grippe-ähnlichen Symptomen, also Halsschmerzen, Lungenentzündung und hohem Fieber. Bei schweren Fällen wird auch eine Hepatitis beobachtet. Im Verlauf der Krankheit kann sich eine lebensbedrohliche Blutungsneigung entwickeln (Hämorrhagie). Die Sterblichkeitsrate der stationär behandelten Patienten liegt bei 10 - 20%, meist versterben die Patienten an Multiorgan- oder Herz-Kreislauf-Versagen. Bevölkerungsstudien in den Hauptverbreitungsgebieten Westafrikas geben Hinweise darauf, dass Lassavirus-Infektionen offenbar auch ohne auffällige klinische Symptome verlaufen können.Wegen der als hoch eingeschätzten Seuchengefahr wird das Lassavirus in die höchste biologische Sicherheitsstufe vier eingruppiert. Die Behandlungsmöglichkeiten beschränken sich im Wesentlichen auf eine Erleichterung der Symptome. Eine Wirksamkeit des antiviralen Medikamentes Ribavirin ist zumindest für die Frühphase der Erkrankung beschrieben. Ribavirin wird auch zu Prophylaxe für Kontaktpersonen eingesetzt. Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung. Die Präventionsmaßnahmen konzentrieren sich deshalb auf die Isolierung des Patienten, die Beobachtung von Kontaktpersonen sowie strikte Schutzmaßnahmen im Umgang mit dem Virus.


