Migräne - die unendliche Geschichte
16 Millionen Menschen in Deutschland leiden regelmäßig an Kopfschmerzen, davon circa 7 Mio. (das sind 8% aller Bundesbürger) unter sehr schmerzhaften Migräne-Attacken. Eine monatliche Migräne-Attacke erleben 60 Prozent der Migränepatienten. Weitere 20 Prozent geben an, drei oder mehr Schmerzanfälle im Monat zu haben. Die Betroffenen stehen meist unter hohem Leidensdruck, denn Migräne schmerzt nicht nur, sie macht das Leben der Patienten oft zur Tortur.Von einer Migräne spricht man dann, wenn der Patient schon mindestens fünfmal Attacken erlebte, bei denen die Kopfschmerzen zwischen vier und 72 Stunden dauern und mindestens zwei der folgenden Symptome aufweisen:
Sie zeigen sich in einseitigen, pulsierenden, mittelschweren bis schweren Schmerzen, die sich unter körperlicher Anstrengung verstärken oder von vegetativen Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, Erbrechen oder Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit begleitet sind. Zudem können neurologische Ausfallerscheinungen wie Gleichgewichts- oder Sehstörungen auftreten.
Migräne ist im eigentlichen Sinne eine nicht heilbare Krankheit. Mediziner der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) entwickelten daher nach der Devise "Weniger Schmerz - mehr Lebensqualität" gezielt Strategien: Zunächst ist das ausführliche Arztgespräch wichtig. Da Migränebeschwerden vielseitig sein können, ist eine exakte Diagnose für eine gezielte Behandlung unabdingbar. Denn nicht selten ist die Migräne von anderen Kopfschmerzformen wie Spannungskopfschmerz oder so genannten Medikamenten bedingten Kopfschmerzen überlagert. Hilfreich für Migräne-Patienten ist es daher, ein regelrechtes Kopfschmerztagebuch zu führen, um so dem Auslöser der Migräne-Anfälle auf die Spur zu kommen.
Auch durch kleine Verhaltensänderungen kann man versuchen Migräne-Attacken in den Griff zu bekommen. Daher empfehlen Mediziner der DMKG, auf die Lebensführung zu achten: Den Tagesablauf mit Pausen planen, eventuell die Ernährung umstellen, auf regelmäßigen (gleichmäßigen!) Schlaf-Wach-Rhythmus - auch am Wochenende - achten, und den Alltagsstress durch verschiedene Entspannungstechniken entschärfen. Bewährt haben sich im Kampf gegen quälende Kopfschmerz-Attacken auch nicht medikamentöse Therapieverfahren wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Biofeedback.
Ein akuter Migräne-Anfall bedarf jedoch einer spezifischen Therapie. Hier raten die Mediziner generell zu einer schon sehr frühzeitigen Medikamenteneinnahme unter medizinischer Aufsicht. Die DMKG-Experten empfehlen, bei schweren Attacken ein Migränemittel einzunehmen. In Verbindung damit sollte grundsätzlich ca.10 Minuten vorher ein Medikament gegen Übelkeit (Antiemetikum) eingenommen werden. Zur Schmerzbekämpfung bei leichten Attacken reicht die Einnahme einfacher, freiverkäuflicher Arzneimittel als (Kau-)Tablette oder Brausetablette.
Ob Medikamente oder Entspannung - wichtig ist für die Betroffenen, einen Ausstieg aus der Schmerzspirale zu finden. Und hier lautet das Rezept für Migräne-Patienten: "Gezielt vorbeugen - weniger leiden - mehr Lebensqualität.


