Stammzelltransplantation mit reduzierter Konditionierung ("Minitransplantation")
Die in ihren Anfängen sogenannte Minitransplantation wird inzwischen weltweit als "allogene Stammzelltransplantation mit reduzierter Konditionierungsintensität" (RIC) bezeichnet, da der Begriff Minitransplantation äußerst irreführend ist. Um die Stammzelltransplantation mit reduzierter Konditionierung zu verstehen, muss kurz auf Geschichte und Grundlagen der allogenen Stammzelltransplantation eingegangen werden:Bei der klassischen, Ende der 60er Jahre in die Humanmedizin eingeführten, oft auch myeloablativ genannten Konditionierung, werden im allgemeinen mehrere Medikamente in sehr hoher Dosierung +/- eine Ganzkörperbestrahlung als Vorbereitung auf die Transplantation verwendet.
Diese Konditionierung dient zwei Zielen:
1. der Ausrottung sämtlicher, im Patienten noch verbliebenen leukämischen oder bösartigen Zellen. Je besser dies gelingt, desto geringer ist das Risiko eines Rückfalles nach der Transplantation.
2. der Unterdrückung des Immunsystem des Empfängers, damit es das übertragene bzw. transplantierte Knochenmark bzw. die Stammzellen nicht abstößt. Je besser dies gelingt, desto geringer ist das Risiko eines Nichtanwachsens oder einer Abstossung des Transplantates.
Das Prinzip des Verfahrens der Stammzelltransplantation mit reduzierter Konditionierung besteht darin, dass es das Hauptgewicht auf die Immunsuppression und nicht auf die antileukämische Wirkung legt. Für diese Konditionierung werden dabei neuere Medikamente verwendet, die das Immunsystem des Empfängers vollständig ausschalten. Trotz ihrer hohen immunsuppressiven Wirksamkeit sind sie nicht so toxisch/aggressiv und besser verträglich. Die zweite, in der traditionellen Konditionierung toxisch/aggressive Komponente, die gegen die Leukämie oder eine andere bösartige hämatologische Erkrankung gerichtet ist, wird mehr oder minder stark reduziert. Dadurch verliert die Konditionierung insgesamt erheblich an Toxizität und Aggressivität und gewinnt an Verträglichkeit. Im Vergleich zur herkömmlichen Konditionierung verliert sie aber auch an Wirksamkeit gegen eine Leukämie oder bösartige hämatologische Erkrankung. Dies muss jedoch kein Nachteil.
Denn: Blutstamm- oder lesen Sie weiter


