Aktiv gegen Rückenschmerzen
Bewegungsmangel, Fehlhaltung, Übergewicht und Seelenkummer belasten unseren Rücken, der prompt mit Verspannungen und Schmerzen reagiert. Wichtig deshalb, diese Rückenfeinde weitgehend aus dem Alltag zu verbannen.Stellen Sie sich vor, Sie müssten neun Jahre und 50 Tage auf einem Stuhl sitzen. Unmöglich? Nun, ein Büromensch schafft das – wenn auch nicht an einem Stück. Er verbringt die genannte Zeitspanne, umgerechnet 80.000 Stunden, seines Berufslebens im Sitzen. Doch leider beginnt am Schreibtisch nicht nur so manch eine berufliche Karriere – hier nehmen oft auch Rückenbeschwerden ihren Anfang. Denn wer einen Großteil des Tages im Sitzen verbringt, nimmt häufig eine Fehlhaltung ein und leidet meist noch unter Bewegungsmangel. Traurige Folgen: Unser Bewegungsapparat degeneriert, weil er nicht benutzt wird, unsere Muskeln verkümmern und können die Wirbelsäule nicht mehr ausreichend stützen, Sehnen und Bänder verkürzen sich, die Bandscheiben verlieren an Elastizität. Ganz klar: Für den Rücken stellt gerade die Nichtbelastung die größte Belastung dar. Kreuzschmerzen, Rückenprobleme und Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskulatur sind die häufigen Folgen eines „rückenfeindlichen“ Alltages.
Haltung bewahren & aktiv bleiben
Doch zum Glück kann jeder von uns einiges unternehmen, um dem schmerzhaften Übel von vornherein vorzubeugen.- Denken Sie daran, dass Ihr Rücken im Alltag viel Bewegung braucht. Wenn Sie überwiegend im Sitzen arbeiten, sollten Sie sich im Büro zwischendurch immer wieder hinstellen (telefonieren Sie z. B. immer an einem speziellen Stehpult), „Botengänge“ möglichst zu Fuß erledigen und die Pause für einen Spaziergang nutzen. Ergonomisch gestaltete Büromöbel wie etwa Stühle, die dem Rücken auch im Sitzen Bewegung gönnen, beugen Rückenproblemen vor.
- Um die Muskulatur gezielt zu trainieren, sollten Sie sich sportlich betätigen. Halten Sie sich mit Rückenschwimmen, Joggen, Wandern, Radeln oder Gymnastik fit. Tipp: In Volkshochschulen und von Krankenkassen werden spezielle Kurse angeboten, beispielsweise Wirbelsäulen-Gymnastik oder die so genannte Rückenschule.
- Denken Sie auch im Haushalt an Ihren Rücken. Denn Fehlhaltungen beim Staubsaugen, falsches Tragen und Bücken ziehen oft Rückenschmerzen nach sich. Wer dem Staub in aufrechter Körperhaltung zu Leibe rückt, beim Bücken in die Knie geht und Lasten gleichmäßig auf beide Arme verteilt, hat schon viel für seinen Rücken getan.
- Achten Sie morgens darauf, behutsam aus den Federn zu klettern: Rückenfreundlich ist es, sich beim Aufstehen immer über die Körperseiten abzurollen, anstatt sich ruckartig aus der Rückenlage aufzurichten.
- Selbst im Schlaf können Sie Ihren Rücken entlasten: Lassen Sie sich beim Kauf einer neuen Matratze im Fachgeschäft beraten, und liegen Sie unbedingt Probe. Bedenken Sie: Zu harte Matratzen sind ebenso ungesund wie zu weiche.
- Überflüssigen Kilos sollten Sie schnellstmöglich die rote Karte zeigen. Denn jedes Pfund zu viel belastet den Rücken zusätzlich.


