Alterstypische Verarbeitung der Krankheit bei Kindern

 
Alterstypische Verarbeitung der Krankheit bei KindernDie Verarbeitung der Diagnose Krebs bedeutet für das Kind, dass es zuerst die Schwere der Erkrankung verstehen lernen muss, damit es z. B. die Arzneimitteleinnahmen bzw. die Nebenwirkungen der Behandlungsverfahren ertragen kann. Die Fähigkeit des Kindes, die Bedeutung einer schweren Krankheit zu verstehen, ist vom jeweiligen Entwicklungsniveau und Alter abhängig. Das bedeutet, dass die Kinder unterschiedlich in der Lage sind, Krankheit zu verstehen und zu verarbeiten.

Säuglinge und Kleinkinder (Kinder bis 3 Jahre)

Säuglinge und Kleinkinder haben keine Einsicht in ihre Krankheit, die auf Übersicht der Gesamtsituation beruht. Sie erleben aber sehr wohl die Verminderung der Vitalität, des körperlichen Wohlbefindens und fühlen Schmerzen. Ihre soziale Hauptangst ist, die Mutter zu verlieren. Da sie nicht in vollem Umfang verstehen können, was mit ihnen geschieht, ist die Nähe der Mutter (oder einer anderen wichtigen Bezugsperson) deshalb äußerst wichtig und unbedingt erforderlich. Die Mutter ist der wichtigste angstmildernde Faktor für das Kind während der Behandlung. Sie kennt ihr Kind am besten von allen Menschen; sie weiß dem Kind auch die schwierigsten Sachverhalte verständlich zu machen und kann am besten für die Außenwelt (andere Familienmitglieder, Ärzte, Pflegepersonen) übersetzen, was ihr Kleines hat und fühlt. Man nimmt bei Kleinstkindern an, dass es aufgrund des mangelnden Überblicks leicht zu falschen Schlüssen kommen kann, da das Kind unter Umständen Verbindungen herstellt, die nicht der Realität entsprechen. Das „Talionsprinzip", welches lautet: "Ich habe etwas Böses angestellt, also geschieht mir Böses!" wirkt noch voll. So kann es in dieser Altersstufe leicht sein, dass ein Kind ernsthaft glaubt, dass es krank geworden sei, weil es die Suppe nicht gegessen hat und mit der Mutter darüber einen Streit gehabt hat. „Schlimmsein" und „Krankwerden" ist noch sehr stark miteinander verbunden. Es ist deshalb gerade in dieser Altersgruppe - auch schon bei den ganz Kleinen - wichtig, dass Aufklärung auf einem einfachen und anschaulichen Niveau kontinuierlich betrieben wird. Viele Erklärungen werden zuerst passiv aufgenommen, dann innerlich kombiniert und erst mit einer Zeitverzögerung später wiedergegeben.

Vorschulkinder

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