Arthrose als Volkskrankheit

Fast 40 % der Bevölkerung leiden an degenerativen Veränderungen der Gelenkflächen. Bei 5 Millionen, meist älteren Menschen, treten akute Schmerzen und bei 20 % zeitweilige Beschwerden auf. Laut Dr. med. Manfred Wildner vom Bayerischen Forschungsverband Public Health ist Arthrose damit als
Volkskrankheit durchaus mit
Diabetes zu vergleichen. Besonders junge Menschen leiden vermehrt an Beschwerden, die nach großen sportlichen Belastungen und ungesunder Haltung im Alltag auftreten. Arthrose tritt durch Überbeanspruchung der Gelenksknorpel auf. An ihrer sonst glatten Oberfläche entstehen Risse, die Schmerzen bewirken und sogar ein Gelenk völlig versteifen können. Die jährlichen Behandlungskosten in Deutschland betragen etwa 6-7 Milliarden DM.
Arthoskopie vielleicht unnötig
Prof. Grifka hat für seiner Studie 98 Patienten untersucht, deren arthritische Knie arthroskopisch behandelt werden müßten. Die Hälfte von ihnen wurde innerhalb von sechs Wochen mit den
Übungen der ,Knieschule" vertraut gemacht, die Grifka unter Mitarbeit von Frau Dr. med. Eliane Broll-Zeitvogel erarbeitet hat. Nach drei Monaten wurden sie mit der anderen - nicht behandelten - Hälfte der Patienten verglichen. Ergebnis: 80 % der Menschen, die die Knieschule anwendeten, konnten viel besser gehen und Treppensteigen als die Vergleichs-Patienten.
Vorbild Rückenschule
Das Prinzip der Knieschule, das Grifka in einem Buch zusammengefaßt hat, lehnt sich vom Aufbau her an die Erfahrungen der ,Rückenschule" an, die Prof. Dr. Jürgen Krämer, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik St. Josef-Hospital, Verhaltensschulung umzusetzen".
Künstliche Gelenke hinauszögern
Auch junge Patienten können unter
Arthrose-
Schmerzen leiden, z.B. nach einem Unfall, selbst wenn dieser schon einige Zeit zurückliegt. Bei ihnen arthroskopiert man das Gelenk; dabei dringt man mit einem kleinen
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