Aspekte der Frauengesundheit

 
Aspekte der Frauengesundheit

Harninkontinenz

Unter Harninkontinenz versteht man einen unwillkürlichen Harnverlust. Je nach Ursache können zwei verschiedene Formen unterschieden werden:
  1. Die Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz) ist gekennzeichnet durch einen Harnabgang bei körperlicher Belastung, wie z. B. beim Husten, Niesen oder dem Heben schwerer Lasten.
  2. Die Dranginkontinenz ist durch unwillkürliche Kontraktionen der Blasenwand verursacht.
Da die Behandlung beider Formen unterschiedlich ist, muss mit einer spezifischen Blasendruckmessung (Urodynamik) eine Unterscheidung getroffen werden. Diese Art von Diagnostik ist ambulant durchzuführen und steht an größeren gynäkologischen Abteilungen zur Verfügung. Die Therapie der schweren Belastungsinkontinenz ist vorwiegend operativ mittels der sogenannten TVT-Schlinge, die in Lokalbetäubung eingesetzt werden kann. Die Dranginkontinenz wird hauptsächlich medikamentös behandelt. Wesentliche Therapieerfolge können aber auch Gewichtsreduktion, Beckenbodentraining und lokale Hormonbehandlung erzielt werden.

Wechselbeschwerden

Mit dem Beginn der Wechseljahre (um das 50. Lebensjahr) kommt es zum Auftreten verschiedener, teilweise sehr unangenehmer Erscheinungen. Dazu gehören Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Trockenheit der Schleimhäute. Auch schwere Formen mit depressiven Zustandsbildern sind an der Tagesordnung. Selbstverständlich ist der Rückgang der Hormonproduktion, der die Menopause ("Wechsel") auslöst, ein natürlicher Prozess im Laufe des Lebens. Das heißt aber nicht, dass dieses Ereignis völlig tatenlos von der betroffenen Frau hingenommen werden muss. Zunächst sollte durch eine gesunde Lebensweise (Sport, Verzicht auf Alkohol und Nikotin) und pflanzliche Ernährungszusätze (Soja, Rotklee) eine Verbesserung erzielt werden. Eine systemische Hormonersatztherapie ist nur bei sehr schweren Wechselbeschwerden vertretbar. Neuere Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass bei langjährigem Einsatz von Wechselhormonen eine erhöhte Brustkrebsrate zu verzeichnen ist.




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