Computertomographie und Kernspintomographie
Die Bildgebung ist in zunehmendem Maße ein zentraler Bestandteil der neurologischen Diagnostik geworden. Im RKU stehen sowohl die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) als auch die Computertomographie (CT) mit modernen Geräten zur Verfügung (MRT: Siemens MAGNETOM Symphony 1,5 Tesla; CT: Siemens SOMATOM Plus 4). Die MRT erzeugt Schnittbilder des menschlichen Körpers in beliebiger Richtung mit Hilfe der magnetischen Kernresonanz. Das Verfahren beruht auf einer Anregung bestimmter Kernelemente (Protonen) mit Radiowellen: das Verhalten dieser Kerne im Gewebe beeinflusst die Signale, die vom MRT-Gerät empfangen und in Bilder umgewandelt werden. Es lassen sich geringste Gewebeveränderungen und funktionelle Störungen von Organen erfassen (in der Neurologie insbesondere für Gehirn und Rückenmark angewandt). Durch die genannte Technik bedeutet die MRT im Gegensatz zu anderen Methoden keine Röntgenstrahlenbelastung und auch kein sonstiges bisher erkennbares Risiko für den Patienten.Die CT erzeugt Schnittbilder des menschlichen Körpers, indem die jeweils untersuchte Region schichtweise mit Röntgenstrahlen abgetastet wird und dann mit Hilfe eines Computers genaue Schichtbilder erstellt werden. Auch mit dieser Methode können schon geringe Gewebeveränderungen im Körper (z.B. im Gehirn) sichtbar gemacht werden. Trotz der besseren räumlichen Auflösung der MRT hat die CT weiterhin ihren Stellenwert in der klinischen neurologischen Diagnostik, zum Beispiel bei Gehirnblutungen und zur Knochendarstellung.
Notfalldiagnostik
Mit Hilfe der bildgebenden Methoden ist bei akuten neurologischen Erkrankungen (wie insbesondere dem Schlaganfall) eine sofortige Diagnosestellung möglich, um unverzüglich optimale therapeutische Schritte einleiten zu können. Hierfür stehen MRT und CT im RKU rund um die Uhr (7 x 24 h in der Woche) zur Verfügung - was auch heutzutage noch keineswegs selbstverständlich ist.Schlaganfall
Der Schlaganfall ist aufgrund der Häufigkeit dieser Erkrankung der häufigste Grund für Notfalluntersuchungen mittels MRT/CT. Die Bildgebung ist heutzutage ein Schlüsselinstrument bei der Akutdiagnostik des Schlaganfalls. Sie ermöglicht- Unterscheidung in Durchblutungsstörung (Ischämie) oder Hirnblutung (auch mit CT möglich)
- einen frühen Nachweis der Ischämie-Zone (durch Techniken wie Diffusionswichtung/DWI in der MRT)
- Indikationsstellung zur Lysetherapie
- Darstellung des über das bereits beim Schlaganfall geschädigte Gewebe hinaus gefährdete Gehirngewebe in der Umgebung zur besseren Abschätzung von Nutzen und Risiko bei der Lysetherapie (DWI und Perfusionswichtung/PWI)
- MR-Angiographie (MRA) als weiteres Diagnostikelement neben dem Ultraschall zur Darstellung der arteriellen Blutgefäße des Gehirns und zur Identifizierung von Einengungen/Verschlüssen, aber auch der venösen Blutleiter des Gehirns zur Diagnostik von Sinusvenenthrombosen
- Diagnose von Gefäßmissbildungen im Gehirn


