Der Diagnostik der Nierenzellkarzinom
Die meisten der Nierentumoren werden heutzutage im Rahmen von Untersuchungen aufgrund anderer Erkrankungen oder anderer Beschwerden in einem frühen Stadium, oft zufällig z.B. im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Falls die Verdachtsdiagnose eines Nierentumors besteht, ist eine gründliche Diagnostik notwendig. Neben dem Gespräch (der Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung sind verschiedene Laboruntersuchungen von Blut- aber auch Urinwerten zur weiteren Abklärung wichtig. Wurde im Urin z. B. Blut nachgewiesen, kann mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung der Harnwege (Urographie) ein Überblick über den gesamten Harntrakt gegeben werden. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist unabdingbar zur Untersuchung des Bauches (Abdomen) und der inneren Organe wie Leber, Nieren, Nebennieren, Milz und Lymphknoten. Manchmal kann man durch die Sonographie in Organen wie z. B. der Leber Tochtergeschwülste (Metastasen) des Tumors nachweisen. Mit Hilfe der Computertomographie (CT) kann man heutzutage die Ausdehnung und in manchen Fällen auch die Aussage der Gut- oder Bösartigkeit eines Tumors bestimmen. Sie wird auch bei unklaren Ultraschallbefunden durchgeführt.Die Kernspintomographie (MRT) ist fast gleichwertig zur Computertomographie und ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Betroffene kein jodhaltiges Kontrastmittel verträgt und wenn die Möglichkeit besteht, dass der Tumor in die Nierenvene oder die untere Hohlvene eingewachsen ist. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, eine Knochenszintigraphie durchzuführen. Bei dieser Untersuchung wird eine schwach radioaktive Substanz (in der Regel Technetium-99) in eine Vene (Ellenbogenvene) gespritzt. Die Substanz reichert sich dann vorzugsweise im krebsbefallenen Knochen an, der Nachweis erfolgt mit Hilfe einer Spezialkamera. In Zweifelsfällen ist es jedoch schwierig, zu unterscheiden, ob eine Tumorabsiedelung im Knochen (Metastase) oder akute Entzündung oder Verschleißerscheinung vorliegt, so dass in Zweifelsfällen noch eine normale Röntgenaufnahme des verdächtigen Bereiches nötig sein könnte. Ebenfalls kann es in manchen Fällen notwendig sein, die Nierenfunktion mit Hilfe einer Nierenszintigraphie (Technetium-MAC-III-Clearance) bei eingeschränkter Nierenfunktion oder vor organerhaltenden Eingriffen durchzuführen.
Eine Röntgendarstellung der Nierenarterien (Angiographie) kann bei unklaren CT-Befunden oder vor organerhaltenden Operationen wertvolle Informationen liefern. Bei Verdacht auf Einwachsen des Tumors in die untere Hohlvene (Vena cava) kann mit Hilfe der Cavographie die Ausdehnung des Tumorthrombus dargestellt werden. Diese Untersuchung muß bei Verdacht auf einen Tumorzapfen, bei dem die CT-Untersuchung nicht weiterhilft, vor der Operation durchgeführt werden. Wenn sich durch die Diagnostik der dringende Verdacht auf einen Nierenkrebs erhärtet hat, so muß in den meisten Fällen eine Operation erfolgen.


