Die Herztransplantation, wie funktioniert das?

Die Herztransplantation
Patienten, die für eine Herztransplantation gelistet werden, haben alle Möglichkeiten anderer Therapieformen ausgeschöpft und befinden sich in einem Stadium drastisch geminderter Belastbarkeit. Eine Transplantation wird erst in Betracht gezogen wird, wenn sämtliche andere in Frage kommenden operativen und medikamentösen Behandlungsmethoden beim Patienten versagt haben. Zum einen hat die Erhaltung der Organfunktion stets Vorrang vor der Organtransplantation, zum anderen besteht nach allen Transplantationen die Gefahr einer Abstoßung des Transplantats. Um diese Abwehrreaktion des Körpers gegen das fremde Organ zu unterdrücken, muss der Patient für den Rest seines Lebens Medikamente, so genannte Immunsuppressiva, einnehmen. Ist ein Zugewinn an Lebenserwartung mit Lebensqualität also nur noch durch eine Transplantation zu erwarten, schickt der Haus- oder Facharzt den Patienten zur weiteren Abklärung in ein Transplantationszentrum.Indikationen zur Herztransplantation
Die Herztransplantation kommt grundsätzlich in Betracht bei einer irreversiblen Herzerkrankung im Endstadium mit einer voraussichtlichen Lebenserwartung von sechs bis zwölf Monaten, wenn also die geschätzte Einjahresüberlebenschance ohne Herztransplantation also weniger als 50 Prozent beträgt. Transplantiert werden können Patienten im Alter von wenigen Tagen bis rund 65 Jahre, vorausgesetzt, eine optimale medikamentöse Behandlung ist erfolgt und es besteht keine Möglichkeit einer Organ erhaltenden operativen Maßnahme zur Verbesserung des funktionellen Status und der Lebenserwartung. Diese Einstufung verlangt eine vollständige kardiologische Diagnostik mit Links- und Rechtsherz-Katheteruntersuchung, häufig eine Endomyokardbiopsie sowie eine spezielle Checklistendiagnostik. Typische Beispiele, bei denen eine Herztransplantation unumgänglich ist, sind Endzustände der koronaren Herzkrankheit, Formen der Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie) oder angeborene Herzfehler. Im Gegensatz zu einem alternativen Pumpenersatz, der nicht dauerhaft verlässlich ist, ermöglicht eine Transplantation in diesen Fällen eine Verlängerung des Lebens. Mit künstlichen Herzen lässt sich gegebenenfalls die Zeit bis zur Transplantation überbrücken. Sie unterstützen lediglich den schwachen Kreislauf herzkranker Patienten, das geschädigte Organ bleibt meistens im Körper. Langfristig sind sie noch nicht einsetzbar - die maximalen Laufzeiten der Kunstherzen liegen bei rund zwei bis drei Jahren.Kontraindikationen zur Herztransplantation
Liegen zusätzliche Erkrankungen oder psychosoziale Faktoren vor, die entweder ein vitales Risiko bei der Transplantation darstellen oder den längerfristigen Transplantationserfolg mindern, kann eine Transplantation nicht vorgenommen werden. Die Kontraindikationen sind in den Richtlinien für die entsprechenden Wartelisten der Bundesärztekammer festgeschrieben. Derzeitige Kontraindikationen für eine Herztransplantation sind nachfolgend aufgeführte Begleiterkrankungen:Klinisch deutlich erkennbare Infektionserkrankungen
- Akute Lungenembolie
- Fortgeschrittene irreversible Niereninsuffizienz
- Nicht kurativ behandelte Tumorerkrankung
- bestimmte Systemerkrankungen wie Amyloidose (Gewebsentartung)
- Fortgeschrittene chronische Lungenerkrankung
- Fortgeschrittene zerebrale/periphere arterielle Gefäßerkrankungen
- Bestehender schwerer Nikotin,- Alkohol- oder sonstiger Drogenmissbrauch


