Die Lungentransplantation, wie funktioniert das?

Die Lungentransplantationen
Das Wissen über die
Lungentransplantation ist im Gegensatz zur Transplantation anderer Organe, wie Herz, Nieren, Leber und Knochenmark, noch nicht sehr weit verbreitet. Dabei hat sich die
Lungentransplantation, dank enormer medizinischer und wissenschaftlicher Fortschritte, in den vergangenen 15 bis 20 Jahren von einem experimentellen Verfahren zu einer etablierten Therapie für Patienten mit Lungenerkrankungen im Endstadium entwickelt. Mit Beginn der Einführung des Immunsuppressivums Cyclosporin Anfang der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist es erst möglich geworden, erfolgreich Lungentransplantation durchzuführen. Seitdem ist die Zahl der weltweit vorgenommenen Lungentransplantation sprunghaft angestiegen. Darunter fallen sowohl
Einzellungentransplantationen (die Verpflanzung eines Lungenflügels) als auch Doppellungentransplantationen (die Verpflanzung beider Lungenflügel).
Indikationen zur Lungentransplantation
Grundsätzlich kommen für eine Lungentransplantation Patienten mit einer Lungenerkrankung im Endstadium in Betracht, bei denen die
medikamentöse Therapie ausgeschöpft und die Lebenserwartung durch die Erkrankung im Allgemeinen auf weniger als zwei bis drei Jahre begrenzt ist. Indikationen zur Einzellungentransplantation sind vor allem bestimmte Formen der Lungenüberblähung (Emphysem) sowie die Lungenverhärtung (idiopathische pulmonale Fibrose). Doppellungentransplantationen erfolgen vor allem bei Vorliegen einer
Mukoviszidose (eine angeborene Erkrankung, bei der Körpersekrete sehr zähflüssig sind und in den Lungen zur Verstopfung der Luftwege führen), eines primären Lungenhochdrucks, einer Lungenüberblähung mit starker Atemeinschränkung (Globalinsuffizienz) und häufig auftretenden Infektionen sowie einer
Lungenverhärtung mit häufig auftretenden Infektionen. Die Altersgrenze für Einzellungentransplantationen liegt je nach Allgemeinzustand des Patienten derzeit bei ungefähr 65 Jahre, Doppellungentransplantationen können bei Patienten bis rund 60 Jahre durchgeführt werden. Vorausgesetzt werden dabei ein ausreichender Muskelstatus sowie eine angemessene Herzfunktion ohne erhebliche
Herzkrankheit.
Kontraindikationen zur Lungentransplantation
Liegen zusätzliche
Erkrankungen oder psychosoziale Faktoren vor, die entweder ein vitales Risiko bei der Transplantation darstellen oder den längerfristigen Transplantationserfolg mindern, kann eine
Transplantation nicht vorgenommen werden. Die Kontraindikationen sind in den Richtlinien für die entsprechenden Wartelisten der Bundesärztekammer festgeschrieben. Derzeitige
Kontraindikationen für eine Lungentransplantation sind nachfolgend aufgeführte
Begleiterkrankungen:
Klinisch deutlich erkennbare Infektionserkrankungen