Die Therapie der Harnsteine
Bei der Behandlung des Steinleidens haben sowohl technische als auch medizinische Fortschritte einen revolutionären Wandel erfahren. Da es in etwa 80 % der Fälle zu einem Spontanabgang der Steine kommt bedarf es oft nur der Gabe von Schmerzmitteln und der engmaschigen Kontrolle durch den Urologen. Die behandlungspflichtigen Steinen können heute in bis zu 95 % mit minimal invasiver Therapie, also für den Patienten wenig belastend, behandelt werden.Der bedeutendste Fortschritt in der Therapie war die Einführung der Extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL), also der Steinzertrümmerung ohne Operation, 1980. Diese, die gesamte Steintherapie revolutionierende Erfindung, wurde von dem emeritierten Ordinarius für Urologie der LMU, Herrn Professor Dr. med. Schmiedt, maßgeblich entwickelt. In der Zwischenzeit verdanken bereits viele Millionen Patienten ihre Steinfreiheit dieser nur wenig belastenden Therapie. Bis auf seltene Ausnahmen können mit dieser Methode nahezu alle Nieren- und Harnleitersteine behandelt werden. Das ursprüngliche "Steinzertrümmern" in der Badewanne konnte dank des technischen Fortschrittes zugunsten der Behandlung auf dem Röntgentisch ersetzt werden. Bei der ESWL wird die in der Stoßquelle erzeugte Energie durch die Haut des Patienten in den Körper eingekoppelt und durch ein raffiniertes Ortungssystem können die Steine im Körper gezielt, ohne andere Organe zu schädigen, zerkleinert werden. Das Resultat sind Steinkrümel die auf natürlichem Weg mit dem Harn ausgeschieden werden. Je kleiner die Desintegrate, also die Steinkrümel sind, desto besser und problemloser werden sie ausgeschieden. Der Therapieerfolg wird noch während der Behandlung durch Ultraschall oder Röntgen kontrolliert.
Gerade auch für Kinder, die zum Glück nur in einer geringen Minderheit von ca. 3 % betroffen sind, bietet die ESWL die Methode der Wahl, auch wenn die Behandlung im Gegensatz zum Erwachsenen in Narkose durchgeführt wird. Kommen wir jetzt zu alternativen Verfahren der ESWL. Auch hier konnten durch den medizinischen Fortschritt die Operationsmethoden deutlich verbessert werden. Speziell bei großen Nierenbeckenausgusssteinen bietet sich die perkutane Nephrolitholapaxie an. Bei dieser Operation in Vollnarkose wird über einen kleinen Schnitt der Haut das endoskopische Instrument unter lesen Sie weiter


