Allerdings werden bei uns neue Substanzen und auch neuere Kombinationspräparate mit verschiedenen Wirkstoffen getestet; eventuell können in Zukunft mit Hilfe dieser neuen Präparate bessere Ergebnisse auch mit Hilfe der Chemotherapie beim Nierenkrebs erzielt werden. Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Knochenmetastasen aufgetreten sind. Durch eine Bestrahlung können gegebenenfalls auftretende Schmerzen gelindert bzw. die Gefahr eines Knochenbruches verringert werden. Auch im Falle von Hirnmetastasen hat sich die Strahlentherapie mit Gamma-Knife / Cyberknife bei unseren Patienten als höchst effektive Behandlungsmethode erwiesen. Inzwischen kann durch diese neuartigen radiochirurgischen Methoden eine Heilungsrate bei Hirnmetastasen erzielt werden, die mit der chirurgischen Entfernung dieser Metastasen vergleichbar ist und deutlich weniger Nebenwirkungen besitzt. Informationen zur Cyberknife-Therapie finden sich auf der Homepage des Europäischen Cyberknife-Zentrums München-Großhadern.

Die derzeit immer noch bedeutendste Therapie beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom ist die Immuntherapie. Hierbei stehen insbesondere Zytokine (Interferon-alpha, Interleukin-2) im Vordergrund. Zytokine sind Substanzen, die von einer Vielzahl von Zellarten gebildet werden und über hormonähnliche Wirkstoffe Zellen, insbesondere Immunzellen aktivieren. Noch gibt es keine allgemein anerkannte Standardzytokin-Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms. Im Klinikum Großhadern wird derzeit als Quasi-Standard-Therapie die Kombination aus Interleukin-2, Interferon-alpha und 5-FU angewendet, mit der wir in Zusammenarbeit mit der DGCIN in mehreren Studien Ansprechraten von 30-40% bei metastasierten Nierentumoren erzielen konnten. Die Zytokine werden nach einem bestimmten Zeitplan und unterschiedlicher Dosierung überwiegend unter die Haut (subkutan) verabreicht. Weitere Möglichkeiten der Immuntherapie sind die Kombination mit verschiedenen Zytostatika (beispielsweise mit Vinblastin).

Ein weiterer Schwerpunkt im Klinikum ist die Weiterentwicklung von immunologisch basierten Therapieformen beim metastasierten Nierenzellkarzinom. Hierzu werden im Rahmen von verschiedensten klinischen Studien neue, moderne Möglichkeiten zur Aktivierung der körpereigenen Abwehr untersucht wie z.B. durch Gentherapie, Tumorvakzinierung oder Antikörpertherapie. Eine Übersicht der klinischen Studien zum Nierenzellkarzinom an der Urologischen Klinik der LMU München findet sich hier. Weitere innovative minimal-invasive Therapieformen werden ebenfalls im Rahmen der verschiedensten interdisziplinären Kooperationen überprüft. Beispiele sind die Embolisation von Tumorgefäßen oder das Verkochen von Nieren-Tumorzellen durch das Einbringen von Thermosonden von außen (RITA), welche in Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologie durchgeführt werden.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://uro.klinikum.uni-muenchen.de/)




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