Die Therapie der Prostatahyperplasie
Das Stadium I (Kompensierte Erkrankung) der BPS ist die Domäne der konservativen, medikamentösen Therapie. Hier stehen Alpha-Rezeptor-Blocker, Hormonpräparate (Antiandrogene) und Phytotherapeutika (Pflanzliche Wirkstoffe) zur Verfügung. Die medikamentöse BPS-Therapie sollte weitgehend ambulant von niedergelassenen Urologen durchgeführt und kontrolliert werden.Obwohl die Komplexität und Verschiedenheit der Symptome charakteristisch für das BPS ist, kann man zusammenfassen, dass beim klinischen Stadium II eine relative Operationsindikation (Notwendigkeit der Operation) und beim klinischen Stadium III eine absolute Operationsindikation gegeben ist. Je nach Größe der Prostata kann eine transurethrale (über die Harnröhre) oder eine offen-chirurgische (mittels Bachschnitt) Prostataoperation erfolgen. Während die insgesamt seltener gewordene offene Operationstechnik (ca. 5% - 15% der BPS-Operationen) relativ standardisiert abläuft, gibt es bei den transurethralen Techniken eine Vielzahl an Therapieoptionen. Viele dieser innovativen neuen Verfahren, besonders im Bereich der Laserchirurgie, wurden am Universitätsklinikum Großhadern entwickelt. In den beiden Standorten unseres Klinikums werden pro Jahr ca. 300 Operationen wegen BPS durchgeführt.
Als Standardverfahren gilt hierbei die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P). Mit einem durch die Harnröhre eingeführten optischen Instrument wird das störende Adenomgewebe unter Video-Kontrolle mit einer Schlingenelektrode mittels Hochfrequenzstrom reseziert ("abgehobelt"). Die entstehenden Gewebespäne werden über das Instrument geborgen und können histologisch (feingeweblich) untersucht werden. Durch verschiedene Modifikationen an den Elektroden wie auch an den Hochfrequenzgeneratoren, beides Schwerpunkte unserer Forschungsaktivitäten, konnte die Blutstillung während der Operation deutlich verbessert werden.
Daneben werden in unserer Klinik verschiedene Lasertechniken zur BPS-Therapie angeboten. Einige dieser Verfahren sind in den letzten Jahren von Ärzten und Physikern des Universitätsklinikums Großhadern entwickelt worden. Das Ziel des Einsatzes von Laserenergie ist es, einen möglichst schonenden und damit blutungsarmen Abtrag des überschüssigen Prostatagewebes zu erreichen. Eine besonders wenig invasives Laserverfahren stellt hierbei die Interstitielle Laser-Koagulation (ILK) dar. Sie wurde an unserem Klinikum besonders für sogenannte Hoch-Risiko-Patienten erfunden. Hierbei werden Laserfasern über die Harnröhre direkt in das Prostataadenomgewebe (=interstitiell) unter Sicht eingebracht. Dann wird kontrolliert die Laserenergie nach allen Seiten abgegeben und es kommt so zu einer definierten Zerstörung der vergrößerten Gewebeanteile. Diese Methode ist praktisch nebenwirkungsfrei, allerdings setzt der gewünschte Effekt erst nach ein bis drei Wochen ein. In dieser Zeit muss der Patient mit einem transurethralen (über die Harnröhre) oder suprapubischen (über die lesen Sie weiter


