Epilepsie: Typische Absencen

 
Epilepsie: Typische AbsencenJe nach Ausprägung unterteilt man die typischen Absencen noch weiter in zwei Untergruppen: in die einfachen und in die komplexen Absencen. Bei den einfachen Absencen ist nur eine Bewusstseinspause zu bemerken, während bei den komplexen Absencen noch vielfältige weitere Merkmale hinzukommen. Typische Absencen werden von dem stereotypen EEG-Muster der 3/Sekunde-Spike-Wave-Aktivität begleitet.

Bei den einfachen Absencen handelt es sich um eine plötzlich beginnende und endende Bewusstseinspause, die einige Sekunden bis zu einer halben Minute lang andauert. Der Blick ist starr und leer, die Gesichtszüge sind ausdruckslos. Der Patient hält bei der gerade durchgeführten Tätigkeit inne und nimmt diese nach Beendigung der Absence wieder auf. Spricht der Patient gerade, so wird die Sprache unterbrochen oder er spricht langsamer; geht er gerade, dann bleibt er wie angewurzelt stehen: isst er gerade, so führt er das Essen nicht zum Mund. Gewöhnlich reagiert der Patient nicht auf Ansprache; für die Zeit des Anfalls besteht eine Erinnerungslücke. Manche Patienten erleben die Absence als „Riss“ des Fadens“. Die Häufigkeit des Auftretens ist an den Wachheitsgrad gebunden. Absencen treten bevorzugt in der Zeit nach dem Aufwachen auf.

Bei den komplexen Absencen geht die Bewusstseinsstörung mit Begleiterscheinungen einher. Nach der Art der zusätzlichen Merkmale unterscheidet man mehrere Unterarten. Bei den Absencen mit milden klonischen Komponenten kommt es während der Bewusstseinsstörung zu leichten beidseitigen rhythmischen Zuckungen, vorwiegend im Bereich des Gesichtes (Augenlider, Mundwinkel), der Schultern und Arme; die Arme können dabei leicht angehoben werden. Die Muskelzuckungen können unter Umständen so gering ausgeprägt sein, dass sie fast nicht wahrnehmbar sind.

Bei den Absencen mit atonischer Komponente kommt es während des Anfalls zu einer Abnahme der Grundspannung der Muskulatur des Körpers oder der Gliedmaßen. Der Kopf kann absinken, der Rumpf zusammensacken, und die Arme können erschlaffen; allerdings nur selten fällt der Patient hin. Bei den Absencen mit tonischer Komponente kommt es während der Bewusstseinspause zu einer Anspannung der Körpermuskulatur. Es ist möglich, dass der Kopf nach hinten gezogen wird, wobei der Blick dann nach oben gerichtet ist (Sternguckerzeichen). Bei den Absencen mit Automatismen kann die vorher begonnene Tätigkeit automatisch fortgeführt werden, oder es treten andere Automatismen auf, wie z.B. unwillkürliches Lecken der Lippen oder Schlucken, Händereiben oder Nesteln an der Kleidung.




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