Impotent nach Prostata-Operation

 
Impotent nach Prostata-OperationEine Vielzahl von Patienten haben nach einer Prostata–Operation Probleme beim Wasserlassen. Diese Störung reguliert sich jedoch mit der Zeit, und mit einem adäquaten Training der Beckenbodenmuskulatur normalisiert sich diese Beeinträchtigung in der Regel wieder. Problematischer wird es bei der erektilen Dysfunktion – der Impotenz. Etwa drei von vier Patienten sind nach einer Operation an der Prostata nicht mehr fähig, eine Erektion zu bekommen und zu halten. Der Grund dafür ist meist die Späterkennung des Tumors, denn in der Regel können nur in sehr frühen Tumorstadien wichtige Gefäße und Nerven, die für die Erektion bedeutsam sind, erhalten werden. Die Behandlung in einem frühen Stadium beeinträchtigt nicht das sexuelle Verlangen. Die durch die radikale Prostatektomie entstandene Impotenz beeinträchtigt die Lebensqualität des Mannes enorm. Eine psychische Belastung für den Mann, der sich seiner sexuellen Identität entzogen fühlt, kann sogar in eine Depression führen.

Wenn eine natürliche Erektion nach der Operation nicht mehr möglich ist, kann mit Hilfe ärztlicher Beratung nach neuen Möglichkeiten gesucht werden. Prinzipiell kann sich die Erektionsstörung im Laufe des ersten Jahres nach der Operation noch deutlich bessern, weil sich ein bestehender Nervenschaden bessert. Trotzdem sollte man früh mit einer Therapie der Störungen beginnen. Die Empfindungsfähigkeit im Genitalbereich bleibt erhalten. Die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erlangen, ist körperlich unbeeinträchtigt. Denn jene Nerven, die Sinnesreize vom Penis in das Rückenmark und das Gehirn leiten, verlaufen weit entfernt von der Prostata im Beckenraum. Sie bleiben bei der Operation erhalten.

Eine Erektion kann mit Medikamenten oder technischen Hilfsmitteln wiederhergestellt werden und so wieder zu einem erfüllten Sexualleben führen. Wichtig: Um die Fähigkeit zur Erektion nicht zu verlieren, ist eine frühzeitige und regelmäßige Stimulierung des Penis notwendig. Aus Schamgefühl geht der Patient oft nicht zum Arzt um sein Problem zu schildern. Leider kommt es deshalb nur bei 20 Prozent der operierten Männer zu einer Behandlung der erektilen Dysfunktion. Scheuen Sie sich nicht, Ihrem Hausarzt oder Urologen von Ihrem Problem zu berichten. Sie sind nicht allein, und Ihr Arzt kann eine Lösung für Sie finden.




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