Internistische Folgeerkrankungen bei chronischem Alkoholismus
Alkohol führt zu einer Vielzahl von körperlichen Schädigungen. Er ist sicherlich neben dem Nikotin das bedeutendste gesundheitspolitische Problem. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Alkoholikern ist um viele Jahre verkürzt: Schätzungen der verringerten Lebenserwartung von Alkoholikern reichen von 10-12 Jahren (Leu, 1981) über 24 Jahre (Lesch et al., 1986) bis zu 28 Jahren (Single et al., 1996).
Lebererkrankungen
Der Alkohol übt eine direkte Giftwirkung auf die Leber aus. Die Schäden, die entstehen können, manifestieren sich zuerst als Fettleber und als Alkoholhepatitis. Bei fortgesetztem Konsum kommt es zur
Leberzirrhose (Leberschrumpfung). Ein deutlich erhöhtes Zirrhoserisiko tritt bei Männern ab 60 Gramm Alkohol und bei Frauen ab 40 Gramm Alkohol pro Tag auf (20 Gramm Alkohol sind in 1/4 Liter Wein oder 1/2 Liter Bier enthalten. Man nimmt an, dass chronischer Konsum von mehr als 160 Gramm Alkohol pro Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Zirrhose führt. Dementsprechend ist diese schwerste Lebererkrankung unter Alkoholikern auch recht häufig. 10-20% aller Alkoholkranken sind von ihr betroffen. 30-50% aller zirrhotischen Erkrankungen sind auf Alkoholismus zurückzuführen. Man kann sogar die Häufigkeit des
Alkoholismus in einer Gesellschaft aus der Leberzirrhosesterblichkeitsrate schätzen.
Erkrankungen anderer Organe des Bauch- und Verdauungstraktes
Neben der
Leber werden auch andere
Organe des Bauch- und Verdauungstraktes beeinträchtigt: die Bauchspeicheldrüse, die Mundhöhle, die Schleimhaut der Speiseröhre, der Magen und der Dünndarm.
Herzerkrankungen
Das Herz kann im Sinne einer Herzmuskelerkrankung beeinträchtigt werden, die auf eine direkte Giftwirkung des Alkohols zurückzuführen ist. Es kommt zu einer
Herzmuskelerweiterung,
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