Keime im OP – Infektionsquelle Krankenhaus
Keime im OP - für jedes Krankenhaus ein heikles Thema. Denn es geht um mangelnde Hygiene, um persönliches Versagen und um einen Ruf, den es zu verlieren gilt. Deshalb dienen die meisten Abläufe im Krankenhaus dem Infektionsschutz - Desinfektion gegen Infektion. Die zweifache Mutter Heike Diaz Rodriguez hat schlimme Zeiten hinter sich. Sechs Monate nach der Geburt Sohnes wurde sie mit starken Schmerzen in der Brust ins Krankenhaus eingeliefert.Die Ursache ihrer Schmerzen: Ein Keim hatte sich in der Brust verkapselt. Heike Diaz Rodriguez musste operiert werden. Die Diagnose des Arztes, sie habe sich bei der Geburt ihres Sohnes infiziert, kam für Heike Diaz Rodriguez überraschend. Denn niemals hat sie bis dahin damit gerechnet, sich ausgerechnet in einem Krankenhaus, wo Hygiene an erster Stelle steht, zu infizieren?
Die Sicherheits- und Hygienestandards in Deutschen Krankenhäusern sind hoch: Ein Kasten an der Decke in den Operationsräumen umschließt eine spezielle Luft-Filteranlage. Sie saugt alle Keime ab und reinigt so die Luft.
Der Operateur desinfiziert seine Hände mit einer Alkoholdesinfektionslösung. Fünf Minuten muss diese einwirken. Schneller geht es nicht, die erforderliche Einwirkzeit ist genormt. Selbst in einem Notfall kann keine Ausnahme gemacht werden.
Auch die Kleidung der Ärzte, Folien und Schläuche erfordert hohe Hygieneanforderungen. Alles kommt eingeschweißt und völlig steril direkt vom Hersteller. Selbst die Haut des Patienten wird kurz vor Operationsbeginn mit Jod desinfiziert. Ein Keim hat eigentlich keine Chance.
Heike Diaz Rodriguez Krankengeschichte begann vor neun Jahren. Es hat die junge Frau viel Zeit und Mühe gekostet, bis das Krankenhaus bereit war, Einsicht in die Akten zu gewähren – allerdings ohne Erfolg. Bis heute hat Heike Diaz Rodriguez nicht erfahren, wie ein solcher Keim während der OP in ihre Brust gelangen konnte. Fest steht: Heike Diaz Rodriguez leidet seitdem mit einer entzündeten Brust. Und auch nach fünf Operationen schmerzt ihre Brust noch immer.


