Migräne - Mythen und Fakten

 
Migräne - Mythen und FaktenWie bei kaum einer anderen Krankheit werden die Diagnose und Therapie durch falsche Vorstellungen und Vorurteile so erschwert wie bei Migräne. Noch immer weit verbreitet ist die Ansicht, die Betroffenen seien lediglich hysterisch, überspannt, eingebildete Kranke oder Drückeberger. Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man gar keine hat. So verunglimpfte beispielsweise Erich Kästner in seinem Buch „Pünktchen nund Anton" die Frau Direktorin Pogge mit der bezeichnenden Defnition: „Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man gar keine hat." Oft werden die Schmerzen von Außenstehenden auch als Ausrede abqualifiziert, nach dem Motto: „Die nimmt mal wieder ihre Migräne." Und immer trifft es Frauen häufger als Männer. Diesen falschen Vorstellungen liegen zwei Aspekte zugrun-de: Tatsächlich erkranken Frauen öfter als Männer, und psychische Faktoren können Migräneattacken auslösen. Es gibt auch deutliche Hinweise, dass die Erkrankung eine genetische Grundlage hat.

Obwohl die Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung inzwischen große Fortschritte gemacht haben, suchen viele Patienten trotz größtem Leidensdruck keinen Arzt auf. Mehr als die Hälfte aller Betroffenen ist nicht in ärztlicher Behandlung. Manche stellen sich dem Problem erst gar nicht, andere haben die Hoffnung auf Hilfe durch schlechte Erfahrung mit unzureichenden Medikamenten aufgegeben. Es kommt auch vor, dass die Krankheit selbst von Ärzten nicht ernst genommen wird: „Ist doch nur Kopfschmerz." Für die Betroffenen ist das jedoch kein Trost. Sie leiden unter einer erheblichen Verminderung ihrer Lebensqualität.

Unter Migräne leiden weltweit 10 bis 15 Prozent aller Erwachsenen.Regelmäßig, das heißt mindestens einmal im Jahr, sind acht bis zwölf Prozent der Frauen und sechs bis acht Prozent aller Männer von Migräne betroffen. Meist tritt die Migräne zum ersten Mal während der Pubertät im Alter zwischen 10 und 19 Jahren auf, mit einem besonders starken Anstieg von 10 bis 14 Jahren. In der Pubertät verschiebt sich auch das Geschlechterverhältnis. Während vor der Pubertät Jungen und Mädchen gleich stark betroffen sind, leiden zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr doppelt so viele Frauen wie Männer unter Migräne. Bis zum 40. Lebensjahr sind es sogar 3,5 mal mehr Frauen als Männer. Nach den Wechseljahren sind dann wieder beide Geschlechter gleichermaßen betroffen.Das macht eine hormonelle Beteiligung an der Migräne wahrscheinlich, zumalsie sich während einer Schwangerschaft bessern oder sogar ganz verschwinden kann.




Infoflasche die meist komplette Informationsquelle! Helfen Sie uns Infoflasche zu ergänzen und promoten Sie gleichzeitig ihre Site. Haben Sie noch interessante Informationen? Machen Sie sich infoflasche Partner!