Nabelschnurblut (Plazenta-Restblut) als Transplantat

 
Nabelschnurblut (Plazenta-Restblut) als TransplantatJüngste klinische Erfahrung haben gezeigt, dass Nabelschnurblut, auch Plazenta-Restblut genannt, bei der Transplantation von Stammzellen, die auch bei der Knochenmarktransplantation übertragen worden, eine hervorragende Möglichkeit zur Heilung von Blutkrankheiten, also auch von Leukämie, darstellt.

Zum Zeitpunkt der Geburt hat das Blut in der Nabelschnur einen hohen Anteil an Stammzellen, wie sie für Transplantationen zur Behandlung von Blutkrankheiten benötigt werden.

Die von Anfang an guten Ergebnisse aus über 50 durchgeführten Nabelschnurbluttransplantationen im Familienumfeld zwischen Geschwistern haben die Wissenschaftler ermutigt, Stammzell-Banken aus unverwandtem Nabelschnur-Restblut anzulegen, weil dieses deutliche Vorteile gegenüber Knochenmark als Stammzelltransplantat aufweist:

1. Das Nabelschnur-Restblut aus der Plazenta ist regelmäßiges Abfallprodukt der Entbindung und wurde früher routinemäßig verworfen.
Damit steht Nabelschnurblut eigentlich im Übermaß zur Verfügung.
2. Die Tatsache, dass im Nabelschnurblut kaum übertragbare Infektionskrankheiten vorhanden sind
3. Die Schnelligkeit der Suche (Internet) und physischen Vermittlung eines Transplantats, da anders als bei den Knochenmarkspenderdateien nicht nur die Daten gespeichert, sondern die einsatzbereiten Transplantate eingelagert sind. Dies ist besonders in solch klinischen Situationen wichtig, in denen keine Zeit für eine Wochen bis Monate erfordernde Knochenmarkspendersuche zur Verfügung steht.
4. Die deutlich geringere Gefahr eines Abstoßungseffektes (GvH - Graft versus Host-Krankheit) ist sogar gegeben, wenn keine vollkommene Gewebeübereinstimmung zwischen Spender und Empfänger vorliegt (HLA mismatch)
5. Nabelschnurblut ist besonders geeignet für die Vermehrung der Stammzellen auch außerhalb des Körpers.
Damit kann in Zukunft eine Nabelschnurblutprobe so "angereichert" werden, dass sie für mehr als nur ein Transplantat zur Verfügung steht.

Die über 700 bislang durchgeführten nichtverwandten Nabelschnurbluttransplantationen wurden vorwiegend bei Kindern durchgeführt, da die Bedingungen klinisch noch nicht eindeutig erforscht sind, unter denen die zur Verfügung stehende Blutmenge, auch für Transplantationen von schwergewichtigen Patienten (Erwachsenen) ausreicht. Die etwa 60 Nabelschnurbluttransplantationen bei Erwachsenen zeigen jedoch, dass diese Behandlungsmethode auch bei ihnen schon jetzt zum Erfolg führen kann.

Nähere Informationen erhalten Sie bei der Nabelschnurblut-Bank der Universität Düsseldorf.




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