Organverteilung (Allokation) und Ablauf der Herztransplantation

 
Organverteilung (Allokation) und Ablauf der Herztransplantation

Organverteilung (Allokation)

Im Transplantationszentrum wird im Rahmen einer Voruntersuchung neben der Dringlichkeit geklärt, ob der Betroffene hinsichtlich seiner gesundheitlichen Verfassung für eine Transplantation geeignet ist, oder ob der Eingriff ein zu großes Risiko darstellt. Liegen alle Voraussetzungen für einen Eingriff vor, kann der Patient an Eurotransplant gemeldet werden. Dort werden alle potenziellen Empfänger von Spenderorganen erfasst sowie die Verteilung der Spenderorgane entsprechend Wartezeit und Dringlichkeit auch für die Länder Österreich, Niederlande, Luxemburg, Slowenien und Belgien koordiniert. Die Wartezeit für eine Herztransplantation beträgt im Durchschnitt mehrere Monate, wobei besonders kritische Fälle stets Vorrang haben. Da ein Herz unvorhersehbar zur Verfügung gestellt werden kann, muss der Patient ständig telefonisch abrufbar sein. Verlässt der potenzielle Empfänger Deutschland, ist das Transplantationszentrum vorher zu informieren. Diese Maßnahmen sind im Gegensatz zu anderen Organen erforderlich, da ein entnommenes Herz - ebenso wie die Lunge - schon nach wenigen Stunden nicht mehr verwendbar ist, wird es nicht unverzüglich in den Kreislauf des Empfängers eingebracht.

Ablauf der Herztransplantation

Herztransplantationen selbst sind per Definition Notfalleingriffe. Die Vorbereitung des Patienten beim Organangebot erfolgt unter Zeitdruck. Es wird, wenn ein Organ von Eurotransplant angeboten wird, der Transport des Empfängers vom zuständigen Transplantationszentrum organisiert. Es stehen dafür Transportmittel, wie Rettungswagen, Hubschrauber und Flugzeug bereit, um je nach Zeitplan und Wetter den Empfänger zeitgerecht in das Transplantationszentrum zu bringen. Es muss möglich sein, binnen einer Stunde nach stationärer Aufnahme den Patienten in den OP transportieren zu können. Alle pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten auf der Station sind, abgesehen von Notfällen, zweitrangig - bis der Transplantationspatient versorgt ist. Die Kriterien zur Herzverpflanzung sind streng gefasst: Spender und Empfänger müssen in ihrer Größe in etwa übereinstimmen, damit ein Missverhältnis zwischen der Pumpleistung des transplantierten Herzens und der Größe des Empfängers vermieden wird. In der Mehrzahl aller Fälle wird das Spenderorgan an der Stelle des erkrankten Herzens implantiert. Das geschädigte Organ wird unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine entfernt, wobei die Vorhofstümpfe im Körper verbleiben. Das Spenderherz wird nun exakt an der Stelle des geschädigten Herzens eingepasst.




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