Organverteilung und Ablauf der Lungentransplantation

 
Organverteilung und Ablauf der Lungentransplantation

Die Organverteilung (Allokation)

Im Transplantationszentrum wird im Rahmen einer Voruntersuchung neben der Dringlichkeit geklärt, ob der Betroffene hinsichtlich seiner gesundheitlichen Verfassung für eine Transplantation geeignet ist, oder ob der Eingriff ein zu großes Risiko darstellt. Liegen alle Voraussetzungen für einen Eingriff vor, kann der Patient an Eurotransplant gemeldet werden. Dort werden alle potenziellen Empfänger von Spenderorganen erfasst sowie die Verteilung der Spenderorgane entsprechend Wartezeit und Dringlichkeit auch für die Länder Österreich, Niederlande, Luxemburg, Slowenien und Belgien koordiniert. Die Wartezeit für eine Lungentransplantation beträgt im Durchschnitt Monate, wobei besonders kritische Fälle stets Vorrang haben. Da eine Lunge unvorhersehbar zur Verfügung gestellt werden kann, muss der Patient ständig telefonisch abrufbar sein. Verlässt der potenzielle Empfänger Deutschland, ist das Transplantationszentrum vorher zu informieren. Diese Maßnahmen sind im Gegensatz zu anderen Organen erforderlich, da eine entnommene Lunge schon nach wenigen Stunden nicht mehr transplantabel ist.

Ablauf der Lungentransplantation

Der ideale Zeitpunkt für die Transplantation ist nicht immer leicht festzulegen und hängt vom individuellen Krankheitsverlauf ab. Viele der oben genannten Krankheiten zeigen lange einen relativ langsam fortschreitenden Verlauf, bei welchem sich jedoch eine plötzliche Beschleunigung mit rascher Verschlechterung des Zustands des Patienten zeigt. Wichtige Hinweise für eine erforderliche Transplantation sind ein zunehmender Sauerstoffgebrauch - die meisten Patienten stehen bereits unter einer Sauerstoff-Dauertherapie -, häufige Krankenhausaufenthalte, drohende Bettlägerigkeit und insbesondere zunehmender Gewichtsverlust trotz optimaler Ernährung. Wenn die Entscheidung zur Transplantation gefallen ist, beginnt für den Patienten die Wartezeit mit dem Telefon, das rund um die Uhr die Erreichbarkeit des Patienten gewährleistet. Derzeit beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf ein Spenderorgan zirka zwölf bis 24 Monate.

Ist eine geeignete Spenderlunge gefunden, erfolgt die Transplantation über die Öffnung des seitlichen Brustkorbs im vierten bis fünften Rippenzwischenraum. Der alte Lungenflügel wird dann behutsam entfernt und die Spenderlunge an die verbliebenen Stümpfe der Lungengefäße und des Hauptbronchus genäht. Während dieser Zeit wird der Patient über seinen verbliebenen Lungenflügel beatmet. Eine solche Operation dauert im Durchschnitt vier Stunden. Bei der Doppellungentransplantation erfolgt der Zugang zum Brustkorb meist auch über einen Schnitt an dem seitlichen Brustkorb direkt unter Brust. Zunächst wird, wie bei der Einzellungentransplantation, ein Lungenflügel verpflanzt. Danach wird die gleiche Operation für den zweiten Lungenflügel in analoger Technik durchgeführt. Dabei wird wechselseitig über den jeweils verbliebenen Lungenflügel beatmet. In Fällen, in denen eine Beatmung über den verbliebenen Lungenflügel während der Operation nicht möglich ist, sorgt der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine für die Aufrechterhaltung des Gausaustauschs. Die Operationszeit beträgt hier etwa sechs Stunden.




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