Plastische Operationen

 
Plastische OperationenAngeborene Penisverbiegungen müssen in der Regel operativ beseitigt werden. In einer eigenen früheren Patientenserie mit 155 Patienten mit angeborenen Penisverbiegungen waren 63% nach unten, 27% nach links, 4% nach rechts und 6% nach oben verbogen. Somit sind in 90 % aller Penisverbiegungen diese nach unten oder nach links verbogen. Das durchschnittliche Biegungsausmaß war immerhin 65° (40-95°).

Für die operative Beseitigung angeborener Penisverbiegungen stehen unterschiedliche Operationsverfahren zur Verfügung, wobei die Originalmethode nach Nesbit, bei welcher ein Keil aus der zu langen Seite der Schwellkörperhaut entnommen wird, zu den besten Ergebnissen führt. In erfahrenen Händen sind die Operationserfolge über 95 % und nur sehr selten kommt es zu Komplikationen oder einem Wiederauftreten der Verbiegung.

Nesbit-Technik

Abb VII, 2a,b: Prinzip der Verbiegungsbe-seitigung in der Originaltechnik wie von Nesbit 1965 beschrieben: Ausschneiden von ovalären Rauten aus der Schwell-körperhaut und quererVerschluss der Defekte. Bei Patienten mit starker Penisverbiegung und gleichzeitiger Erektionsstörung sollten alle obig genannten Operationsmethoden nicht zur Anwendung kommen, da postoperativ die Verbiegung zwar beseitigt ist, die Erektionsstörung aber bestehen bleibt, so dass ein Geschlechtsverkehr weiterhin nicht möglich ist. In den Fällen und auch in solchen, wo die IPP bereits zu einer starken Penisschrumpfung geführt hat, sollte eine hydraulische Penisprothese als Primärtherapie durchgeführt werden, da am Erfolg verspechendsten. Außerdem werden dadurch den geplagten Männern lästige Zweit- oder Dritteingriffe dann meist erspart. Allgemein sollte bei Induratio penis plastica erst dann operiert werden, wenn die Erkrankung mindestens 6 besser 12 Monate zu Stillstand gekommen ist.

Eine alternative Operationsmethode zur Originaltechnik nach Nesbit ist die Plikationsmethode nach Ebbehoj bzw. Schröder/Essed. Bei dieser Methode wird kein Keil aus der Schwellkörperhaut entnommen, sondern diese durch Nähte gerafft, wodurch eine Begradiung erreicht wird. Vorteil dieser so genannten Plikationsmethode ist die kürzere Operationsdauer, Nachteil die deutlich höhere Rezidivneigung und die Tatsache, dass die Knoten zeitlebens oft durch die Haut spürbar sind und bisweilen beim Geschlechtsverkehr Schmerzen bereiten können. So haben verschiedene Arbeiten in der Literatur gezeigt, dass es bei Anwendung der Plikationsmethode in 10-40 % zum Wiederauftreten von Verbiegungen kommt.

Die operative Therapie der erworbenen Penisverbiegungen bei Induratio penis plastica oder nach Penisbruch entspricht prinzipiell der der angeborenen Penisverbiegungen. Allerdings werden bei Induratio penis plastica bisweilen auch noch andere Operationsmethoden wie die Ausschneidung der Verhärtungen und Decken der Defekte mit körpereigenem Material wie Venen- oder sog. Dermisgraft oder Fremdmaterial durchgeführt. Hierzu ist anzumerken, dass diese Operationsmethoden bei größeren Knoten/Verhärtungen, wo also relativ große Areale der Schwellkörperhaut plastisch gedeckt werden müssen, häufig zu Gefühlsstörungen der Eichel und zu Potenzstörungen führen, da viele der so operierten Patienten ein sog. venöses Leck bekommen. Die Impotenzraten mit diesen Methoden schwanken in der Literatur zwischen 10 und 80 % (!).




Infoflasche die meist komplette Informationsquelle! Helfen Sie uns Infoflasche zu ergänzen und promoten Sie gleichzeitig ihre Site. Haben Sie noch interessante Informationen? Machen Sie sich infoflasche Partner!