Eine direkte Vergleichstudie des Wirkstoffs Infliximab gegen eines der klassischen Psoriasis-Medikamente (Phase IV-Studie) ist von den Autoren der Lancet-Veröffentlichung für die nähere Zukunft geplant. Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine Hauterkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Hornzellen der Haut und der Finger- und Fußnägel angreift. Die Haut ist durch die Entzündungsreaktionen stark gerötet, schuppig und zum Teil mit Eiterbläschen besetzt. Auch Gelenke können befallen sein. Schuppen-flechte ist nicht ansteckend. Die Betroffenen leiden oft psychisch unter ihrem Aussehen. Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung sind von Psoriasis betroffen, die damit eine der häufigsten Hauterkrankungen ist.
TNF-alpha (Tumor Necrose Factor-alpha) ist ein körpereigenes, entzündungsförderndes Protein, das von bestimmten Zellen des Immunsystems ausgeschüttet wird. TNF-alpha reguliert die körpereigene Abwehr gegen Fremdstoffe und "entartete" körpereigene Zellen. Wird TNF-alpha jedoch zuviel oder am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt ausgeschüttet, kommt es zu "Überreaktionen" des Immunsystems. Dies ist bei der Schuppenflechte oder bei der rheumatoiden Arthritis der Fall. Mit Medikamenten kann eine TNF-alpha-Überreaktion heute neutralisiert werden. Dadurch werden jedoch auch natürliche Immunreaktionen unterdrückt, wodurch es zu schweren Entzündungen kommen kann.
Klinische Studien sind Voraussetzung für die Entwicklung und Zulassung von Arzneimitteltherapien. Dabei werden vier Entwicklungsphasen unterschieden. Phase III ist für die behördliche Zulassung entscheidend: Kontrollierte Studien an möglichst vielen Patienten sollen nachweisen, dass die Therapie in einer bestimmten Indikation ("Krankheit") deutlich besser oder genauso gut wirkt wie die anerkannte Standardtherapie. In der Phase IV werden Wirkung, Nutzen und Risiko unter Praxisbedingungen auch im Vergleich zu alternativen Therapien untersucht.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://idw-online.de)


