Rückenschmerzen - Medikamentöse Schmerztherapie

 
Rückenschmerzen - Medikamentöse SchmerztherapieViele Patienten mit Rückenschmerzen verfahren nach dem Motto “Ein Indianer kennt keinen Schmerz” und beißen unnötigerweise auf die Zähne. Dieses falsche Heldentum führt allerdings dazu, dass die Betroffenen sich zu wenig oder gar nicht bewegen. Das setzt einen Teufelskreis mit den Stationen Schonhaltung, Verspannungen, vermehrten Schmerzen in Gang. Der Schmerz verstärkt sich dabei immer mehr bis er kaum noch auszuhalten ist oder chronisch wird.

Stattdessen sind regelmäßige Bewegungsübungen notwendig, um die Muskulatur zu kräftigen und die Beweglichkeit zu erhalten. Die dazu erforderliche Krankengymnastik kann auf Grund der teilweise starken Schmerzen aber meist nur mit einer ausreichenden Schmerzbehandlung durchgeführt werden.

Behandlung akuter Rückenschmerzen

Bei akuten Rückenschmerzen ohne Beteiligung der Nervenwurzeln wird der Arzt zunächst ein einfaches Schmerzmittel verordnen. Wegen der geringeren Nebenwirkungsrate ist der Wirkstoff Paracetamol erste Wahl. Er hat jedoch nur eine geringe schmerzlindernde Wirkung. Es kann deshalb sein, dass Paracetamol nicht ausreichend hilft. In diesem Fall sollten nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verwendet werden. In diese Gruppe gehören die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Diclofenac und Ibuprofen. Sie sollten maximal sechs Wochen genommen werden. Für den dauerhaften Einsatz sind NSAR wegen ihrer Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt und die Nieren nicht geeignet. Besonders gefährdet sind Personen über 65 Jahre. Die Nebenwirkungsrate ist jedoch nicht für jedes Mittel gleich hoch. Besteht ein erhöhtes Risiko für Magenkomplikationen kann durch vorbeugende Gabe des Wirkstoffes Omeprazol die Gefahr gesenkt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie verträglichste Lösung. Eine Alternative stellen die neuen spezifischen COX-2-Hemmer wie der Wirkstoff Rofecoxib dar. Sie weisen bei vergleichbarer Schmerzlinderung deutlich weniger Nebenwirkungen auf. Reicht die Wirkung dieser Substanzen nicht aus, werden sie nicht vertragen oder liegen schwerste akute Schmerzen vor, kann zusätzlich oder alternativ zur Einnahme von NSAR die Gabe schwach oder stark wirksamer Opioide erforderlich sein. Wie Opioide wirken und was bei ihrer Anwendung zu beachten ist, wird weiter hinten ausführlich beschrieben.

In einzelnen Fällen, wenn eine Nervenwurzel eingeklemmt ist oder sehr starke Nervenschmerzen mit einfachen Schmerzmitteln nicht zu beherrschen sind, werden örtlich betäubende Mittel und/oder Kortisonspritzen eingesetzt. Das entzündungshemmende Kortison wird dabei direkt in den schmerzenden Bereich gespritzt. Die Beschwerden klingen danach meist rasch ab. Wegen der Nebenwirkungen des Kortisons soll diese Behandlung nur kurzfristig erfolgen.

Behandlung chronischer Rückenschmerzen

Jeder akute Schmerz kann chronisch werden. Die Beschwerden halten über Monate und Jahre an, oft ohne Aussicht auf Heilung. Gerade Schmerzen auf Grund von Abnutzungserscheinungen oder von chronisch verlaufenden Erkrankungen wie Osteoporose und Rheuma werden für die Betroffenen zur Qual. Da die Ursachen meist nicht zu beseitigen sind, muss sich die Therapie auf die Behandlung der Schmerzen als eigenständiges Krankheitsbild konzentrieren.

Schmerztherapie nach dem WHO-Stufenschema

Die medikamentöse Behandlung chronischer Schmerzen erfolgt nach den 1986 ursprünglich für die Therapie von Tumorschmerzen aufgestellten Regeln der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Empfehlungen sind inzwischen allgemein anerkannt und finden auch für die Behandlung von chronischen Rückenschmerzen Anwendung. Die lesen Sie weiter




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